Werbung

Neue Warnstreiks bei der Post

Wenn bei der Post gestreikt wird, bleiben Zehntausende Briefe und Pakete liegen. Beim laufenden Warnstreik reagiert der Konzern in Berlin mit ungewöhnlichen Mitteln.

Die Berliner müssen wegen eines Warnstreiks bei der Post teilweise wieder länger auf Briefe und Pakete warten. Rund 1000 Beschäftigte der Brief- und Paketzustellung legten nach Angaben der Gewerkschaft ver.di am Mittwoch die Arbeit nieder. Auch am Donnerstag wird gestreikt. Die Post greift zu ungewöhnlichen Gegenmaßnahmen: In Berlin werden Pakete nun auch von DHL-Mitarbeitern aus Polen zugestellt. »Diese sind erfahrene Zusteller, die freiwillig zur Unterstützung im Berliner Raum im Einsatz sind«, sagte eine Postsprecherin. Sie würden ebenso bezahlt wie die Kollegen in Deutschland. Ver.di nannte den Einsatz der Polen »skandalös«. »Das ist eine völlig neue Strategie, den Arbeitskampf im eigenen Land zu unterwandern, die auch bei der Bundespolitik auf Interesse stoßen dürfte«, sagte ein Sprecher. »Die Deutsche Post setzt alles daran, verzögerte Sendungen so schnell wie möglich auszuliefern«, teilte das Unternehmen mit. Bundesweit beteiligten sich demnach am Mittwoch insgesamt rund 5500 Mitarbeiter an den Warnstreiks.

Grund für den erneuten Warnstreik ist die ergebnislos verlaufene fünfte Verhandlungsrunde mit der Deutschen Post vor einer Woche. Ver.di fordert eine Arbeitszeitverkürzung von 38,5 Stunden auf 36 Stunden in der Woche bei vollem Lohnausgleich. Damit sollen die tariflichen Folgen der Ausgliederung von Teilen der Paketzustellung in die konzerneigene Tochter DHL Delivery GmbH ausgeglichen werden. dpa/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!