Werbung

Sau-Feminismus

Miss Piggy wird der feministische Sackler Center First Award verliehen

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Das New Yorker Zentrum für feministische Kunst überreichte Miss Piggy am Donnerstag einen Frauenrechtspreis. In der aktuellen Feminismusdebatte ein Plädoyer für mehr Sau und weniger Stock im Arsch.

Keine Frage: Miss Piggy ist eine coole Sau. Seit 40 Jahren rockt sie mit Kermit die Muppet-Show, und das wenig zimperlich: Kommt ihr ein Frosch oder ein anderer Typ blöd, bekommt er ihren Karateschlag zu spüren. Miss Piggy weiß sich zu helfen. Dafür wurde ihr am Donnerstag der Sackler Center First Award überreicht, der Frauenrechtspreis des New Yorker Zentrums für feministische Kunst. Der Preis geht an Frauen, »die Geschlechtsbarrieren durchbrochen und in ihrer Branche bedeutende Beiträge geleistet haben«.

Steht Miss Piggy für Feminismus? Klar ist: Sie steht für das Bild einer starken, selbstsicheren Sau/Frau mit superweiblichem Look. Lange blonde Haare, glamouröse Kleider, üppige Kurven. Apropos superweiblich: Mit Germany’s Next Topmodel haben Miss Piggys Maße nichts zu tun. Niemals etwas essen, das man nicht hochheben kann, heißt die Devise. Ihr innigster Wunsch: Kermit heiraten, dicht gefolgt von Bond Girl werden, an der Seite von Daniel Craig. Miss Piggy hat keine Kinder. Sie ist eine Showbiz-Frau.

Aktuellen feministischen Debatten verpasst die Puppe im britischen »Daily Telegraph« kräftige Schläge: Es sei egal, ob Spielzeuge für Mädchen pink und für Jungen blau sind, »so lange sie sich nicht mit der Kleidung beißen, die die Kinder gerade tragen«. Und was ist mit dem Gender Gap – verdient sie weniger als Kermit? »Es ist nicht wichtig, wie viel du verdienst; es ist wichtig, wie viel du ausgibst.« Geld ausgeben ist Miss Piggys größtes Hobby. Am liebsten mit Kermits Platin Card, wie sie gerne twittert.

Die Preisvergabe ist vor dem Hintergrund der überspitzten Klischeehaftigkeit Miss Piggys ein Plädoyer in der aktuellen Feminismusdebatte: für mehr Pop, für mehr Sau und weniger Stock im Arsch. Dass Miss Piggy von einem Mann gespielt und gesprochen wird – Frank Oz, bekannt von Ernies Bert –, ist deshalb vielleicht egal. Die Preisträgerin jedenfalls ist außer sich vor Freude: »Moi is thrilled.« Die Feministenwelt ließ sie über den »Telegraph« wissen: »Es ist mir egal, wenn man mich Feministin nennt, so lange ich top bezahlt werde.«

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen