Das Land hinter dem Regenbogen

Neue Veröffentlichungen zur deutschen Filmgeschichte zeigen, wohin die Reise geht: schicksalsgläubige Zeitgeistfilme und eindimensionale DDR-Darstellungen.

  • Von Detlef Kannapin
  • Lesedauer: ca. 7.5 Min.

Film muss zappeln« - dieser Ausspruch stammt vom DEFA-Regisseur Ulrich Weiß und beschreibt den Zustand subjektiver Wahrnehmung, der eine ganze Generation von Filmemachern in den 80er Jahren in BRD und DDR gleichermaßen in den Bann zog. Abseits eingefahrener Rituale und Konventionen der Filmproduktion hatten damals jüngere Regisseure, die um die 40 waren, neue Ideen, aus denen Filme entstehen sollten, die den sozialen Herausforderungen der Reformnotwendigkeit in beiden deutschen Staaten Rechnung tragen. In gewisser Weise war ihr Aufbegehren auch ein Resultat der doppelten Kopflosigkeit der jeweiligen Filmkulturen, denn die frühen Tode der Galionsfiguren des deutschen Filmwesens - Konrad Wolf (Ost) und Rainer Werner Fassbinder (West) - im Jahre 1982 hatten zu einer Art Schockstarre geführt. Es gab fortan keine ästhetisch produktive und öffentlich Einfluss nehmende Vaterfigur mehr, die anleitend und beispielgebend Filme von Rang schuf und...

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