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Krawallfixierter Journalismus

Fabian Lambeck über Medien und ihr Verhältnis zur Gewalt

Klappern gehört zum Handwerk. Das gilt insbesondere für Journalisten, die im Vorfeld von linken Großveranstaltungen gerne die Gefahr vom »Schwarzen Block« beschwören. Etwa am Donnerstag, als 40 000 Menschen durch München zogen, um ihren Unmut über die Politik der postdemokratischen G7-Einheitsfront auf die Straße zu tragen. Überschlugen sich die Medien im Vorfeld noch mit düsteren Prognosen, entpuppte sich der erste Demonstrationszug als ebenso bunt wie friedlich. Das war den Kollegen von der klappernden Zunft leider keine ausführliche Berichterstattung wert. Brennende Autos haben einen größeren Nachrichtenwert als gewaltloser Protest. So bestätigt man jene radikalen Gruppen, die meinen, ohne inszenierte Krawalle erhielten die Anliegen der Demonstranten keine Medienöffentlichkeit.

Zum journalistischen Handwerk gehört nicht nur das Klappern, sondern auch das Recherchieren. Hätte man sich die Mühe gemacht, wäre schnell rausgekommen, dass im europäischen Ausland kaum für den G7-Protest mobilisiert wurde. Somit fehlen dem »Schwarzen Block« voraussichtlich seine größten Aktivposten aus Italien. Wobei diese auch manchmal aus den Reihen der Polizei kommen. Wie bei den friedlichen Blockaden rund um Heiligendamm 2007, wo Beamte in Zivil erfolglos versuchten, Demonstranten zu Steinwürfen auf ihre Kollegen zu ermuntern. Leider war das kaum einer Zeitung eine Schlagzeile wert.

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