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Ein Vermächtnis

Wolfgang Hübner über den Abschied von Gregor Gysi

  • Von Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: 2 Min.

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Die Linkspartei ohne Gregor Gysi an vorderster Front - an diesen Gedanken müssen sich Freund und Feind wohl erst noch gewöhnen. Ein Vierteljahrhundert gehörte der Rechtsanwalt aus Ostberlin zu den prägendsten, ungewöhnlichsten, inspirierendsten deutschen Politikern. Dass die LINKE heute stabil dasteht und sich eine gesamtdeutsche Partei nennen darf; dass die Ostdeutschen im schwierigen Prozess der deutschen Vereinigung eine vernehmliche Stimme hatten und haben - das ist ohne Gysis Lebensleistung kaum denkbar.

Er saß schon in den TV-Studios, da hockte seine Partei noch in der Schmuddelecke. Er war Galionsfigur, Prellbock, Idol, Hassobjekt. War Zugpferd, Stimmungskanone und Zuchtmeister seiner Partei. Kaum vorstellbar, welchem politischen und emotionalen Druck Gysi gerade in den Anfangsjahren der PDS ausgesetzt war. Nicht nur aus anderen Parteien.

Mit der Verabschiedung und dem Zurückholen von Spitzenleuten hat die LINKE ja Erfahrung. Auch Gysi war schon einmal ausgestiegen und kam dann zurück - weil die Partei ihn brauchte und weil er noch nicht fertig war mit der Politik. Diesmal dürfte der Abschied aus der ersten Reihe unwiderruflich sein. Die LINKE muss sich von ihrer Primaballerina emanzipieren, im besten Sinne des Wortes. Gysis Abgang beendet einen Generationswechsel in der Führung der Sozialisten. Für seine Genossen hat er in Bielefeld ein politisches Vermächtnis formuliert: keine Angst vorm Regieren. Das wird im Streit und in der Debatte bleiben. Und Gysi wird mitstreiten.

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