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Abitur oder Rausschmiss

Moldovas liberaldemokratischer Premier Gaburici könnte Unterlagen gefälscht haben

  • Von Istvan Deak, Bukarest
  • Lesedauer: 2 Min.

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So recht weiß derzeit niemand, wo der Premierminister der Republik Moldau zur Schule ging und welchen Abschluss er hat - eine Affäre mit Folgen.

Moldaus liberaldemokratischer Ministerpräsident Chiril Gaburici steht im Verdacht, sein Abiturzeugnis gefälscht zu haben. Zu dieser Schlussfolgerung sind nun das Innenministerium und das Bildungsministerium in der Hauptstadt Chisinau gekommen.

Dort bildeten erst im Februar die Liberaldemokraten der PLDM und die Demokratische Partei (PDM) mit parlamentarischer Unterstützung der Kommunisten ein Minderheitskabinett. Sie besetzten den Posten des Ministerpräsidenten mit dem weitgehend unbekannten und politisch unerfahrenen Geschäftsmann Chiril Gaburici (PLDM). Nur wenige Tage später verlangte die Liberale Partei (PLM) die Untersuchung des Abiturs von Gaburici.

Die Liberalen verwiesen auf Dokumente, laut denen Gaburici sein Abitur nicht bestanden habe und sogar der Schule verwiesen worden sei. Die PLM behauptet auch, dass der Ministerpräsident eine Hochschule ohne eine Zulassung besucht habe.

Zuerst forderte das Bildungsministerium von allen Bildungseinrichtungen die Dokumente von Chiril Gaburici an. Da einige Unterlagen verschwunden sind, leiteten die Staatsanwaltschaft und das Innenministerium strafrechtliche Ermittlungen ein. Befragt wurden auch ehemalige Lehrer und Schüler aus dem »Stefan cel Mare« Lyzeum. Alle behaupten übereinstimmend, Gaburici habe nie ihre Schule besucht.

Wie nun das Bildungsministerium mitteilte, seien Stempel und Unterschrift des Schuldirektors auf der Abitururkunde gefälscht. Der Einband und das Tabellenblatt stammten von zwei verschiedenen Dokumenten. »Der Ministerpräsident besitzt keine Abitururkunde«, teilte die Regierung in Chisinau schließlich mit. Als er Student gewesen sei, habe man das nicht gebraucht, wehrt sich Gaburici.

Nun liegen der Generalstaatsanwaltschaft die Dokumente vor. Sie muss entscheiden, ob gegen den Ministerpräsidenten ein Verfahren wegen Fälschung eingeleitet wird.

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