Keine Heimat nirgends

Deniz Utlus »Die Ungehaltenen« im Maxim-Gorki-Theater

  • Von Volker Trauth
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Elyas ist ein Berliner »Vorzeigetürke«, der den »ganzen Migrantenscheiß« nicht mehr hören kann und Sturm läuft. Im Maxim-Gorki-Theater ist jetzt eine Bühnenfassung des Romans von Deniz Utlu zu sehen.

Der Titel von Deniz Utlus jetzt am Gorki-Theater für die Bühne adaptierem Roman ist doppelsinnig. Er bildet auf der einen Seite die Unbehaustheit der in der deutschen Gesellschaft nicht »gehaltenen« Helden ab, auf der anderen deren »ungehaltenen« Protest gegen die vielfach erlebten Ausgrenzungserfahrungen.

Einer dieser Ungehaltenen ist der Student Elyas, der dagegen aufbegehrt, dass seine Heimat Berlin-Kreuzberg zu einem Ziel der »Schicki-Micki-Touristen« geworden ist und ihre Ursprünglichkeit verloren hat, die er als Kind erlebt hat. Sein erster Satz »Ich stehe am Fenster, gucke auf die Straße draußen und fühle mich wie ein Fisch im Aquarium« zeigt die Richtung seines Protests an. Kreuzberg ist für ihn kein urban gewachsener Lebensraum mehr und wird bevölkert von den Geldleuten mit den »Cabrios mit tiefergelegten Sitzen«. »Ab 10 Uhr ist das Leben gestorben und den Blumenladen an der Ecke gibt es nicht mehr« ist sein trauriger Bef...

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