Schule der Bewegung

Lebensraum, Büro, soziales Zentrum: Der Kampf der Refugees um die Berliner Gerhart-Hauptmann-Schule

  • Von Carolin Wiedemann
  • Lesedauer: ca. 7.5 Min.

Eine leer stehende Schule in Berlin Kreuzberg ist zum Zentrum einer einzigartigen Protestbewegung von Geflüchteten gegen die Asylgesetze in Deutschland geworden.

»Natürlich kochen wir nicht über Feuer«, Younis Aboubakar lacht. Aber eigentlich findet er es überhaupt nicht zum Lachen, dass Sascha Langenbach, der Sprecher des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg, behauptet, die Bewohnerinnen und Bewohner der Gerhart-Hauptmann-Schule würden über offenem Feuer kochen. Younis ist einer der 24 Geflüchteten, die geklagt hatten, als die Berliner Politikerinnen und Politiker sie erneut aus der Schule werfen wollten - mit Erfolg.

Er ist damit einer der letzten, die noch in der Schule in der Ohlauer Straße wohnen dürfen, die genau wie der Oranienplatz bis zum Frühjahr 2014 Zentrum des Protests von Hunderten Geflüchteten in Deutschland war - und ihr Zuhause. Doch auch die letzten 24 Bewohnerinnen und Bewohner der Schule will das Bezirksamt loswerden. Deshalb behauptet es, das Sicherheitsrisiko sei zu hoch, und führt zur Illustration die Feuerstelle an. »Aber wir haben doch einen Elektroherd«, sagt Youn...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.