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Gottes Müllmann

Ingolf Bossenz zur Enzyklika von Papst Franziskus

Ein kluger Mann bemerkte einmal seufzend, wie großartig es doch wäre, einen Artikel zu schreiben, in dem ALLES drinsteht. Nun, Papst Franziskus hat sich darin versucht, und das Ergebnis ist durchaus beeindruckend. Umweltschutz und Klimawandel, biologische Vielfalt und soziale Gerechtigkeit, Universum und Glaube, Dreifaltigkeit und Feiertagsruhe, Lebensqualität und Anthropozentrismus, Freude und Frieden - das alles und noch viel mehr steht auf den rund 100 Seiten seiner Enzyklika »Laudato si« (Sei gepriesen).

Die ökologische Philippika, die das Oberhaupt der katholischen Kirche über die Leoninischen Mauern in die profane Welt entließ, wird als Zäsur gefeiert, die »das Denken der Kirche radikal auf ein neues Gleis« setzt. Zumindest ist die Una Sancta ein Stück weiter in der Realität des 21. Jahrhunderts angekommen. Denn: Wie banal manche Sätze auch klingen - hinter ihnen steht der Stellvertreter Christi. So auch hinter diesem: »Die Erde, unser Haus, scheint sich immer mehr in eine unermessliche Mülldeponie zu verwandeln.« Franziskus relativiert das biblische Diktum »Macht euch die Erde untertan« als missverstandenen und von den Menschen verfälschten Auftrag Gottes.

Er demonstriert damit aber auch, dass sich die Kirche erst dann von angeblich absoluten Wahrheiten trennt, wenn diese von der Realität restlos kontaminiert sind. - Eine Mülltrennung, bei der es noch viel zu tun gibt.

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