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Verrat an Hörern von Echo Moskwy

Dem kritischen russischen Radiosender droht der Niedergang

  • Von Irina Wolkowa, Moskau
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Die Medientochter des Staatskonzerns Gazprom nimmt offenbar das bislang kritische russische Radio Echo Moskwy unter Kontrolle. Es droht dessen Niedergang.

Interviews will er nicht geben. Er sei kein Nestbeschmutzer. Was Sergej Korsun zu seinem Abgang bei Radio Echo Moskwy Ende Mai zu sagen habe, sei im »Live Journal« nachzulesen. Da steht wenig Gutes über den Sender, der einer der letzten kritischen in Russland ist.

Korsun war dabei, als eine Handvoll liberaler Überzeugungstäter ihn 1990 aus der Taufe hob und die ersten zwei Jahre Chefredakteur. Den Sender von einst gebe es nicht mehr, notiert er 25 Jahre später. Der Körper arbeite noch, aber das Gehirn sei bereits tot. Was derzeit dort ablaufe, sei »Verrat an Stammhörern«. Prominente und Künstler wie der Schriftsteller Boris Akunin und Bürgerbewegte sehen das ähnlich. Sie kommen nicht mehr zu Talkshows und nehmen ihre Blogs von der Website des Senders, seit Lessja Rjabzewa, persönliche Assistentin von Chefredakteur Alexei Wenediktow, bei Echo den politischen Kammerton vorgibt. Sie schmäht die liberale Opposition als »elende Wichte,...


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