Werbung

CDU-Streit um Steuer für Kinderlose

Sozialflügel weist Forderung der Jungen Union zuürck

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Berlin. Die Forderung der Jungen Union nach einer Sonderabgabe für Kinderlose stößt in der CDU auf scharfe Kritik. »Viele Menschen leiden unter ihrer Kinderlosigkeit«, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian Bäumler, dem »Handelsblatt«. Eine solche Sonderabgabe stigmatisiere und sei mittelalterlich.

Die Jugendorganisation der CDU hatte zuvor einen Kurswechsel in der Renten- und der Familienpolitik gefordert. Ihr Vorsitzender, Paul Ziemiak, verlangte in der »Süddeutschen Zeitung« unter anderem ein »Starterpaket« von 1000 Euro für jedes neu geborene Kind sowie eine automatische Erhöhung des Renteneintrittsalters, das an die Entwicklung der durchschnittlichen Lebenserwartung geknüpft werden solle. Zur Finanzierung des »Starterpakets« schlug er vor, dass Menschen ohne Kinder eine Sonderabgabe von einem Prozent des Bruttoeinkommens zahlen sollten. »Das wäre keine Benachteiligung, sondern nur ein Ausgleich« für die Kosten, die Eltern hätten, so Ziemiak.

Unterdessen will Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) die staatliche Förderung für künstliche Befruchtungen nicht länger nur Ehepaaren zukommen lassen. Sie »plane, die finanzielle Unterstützung für Kinderwunschbehandlungen auf nicht verheiratete Paare auszudehnen, die schon länger zusammenleben«, erklärte Schwesig in der »Bild am Sonntag«. Nur Ehepaaren die Behandlung zu bezahlen, gehe »total an der Lebenswirklichkeit vorbei«, denn auch Paare ohne Trauschein wollten Kinder.

Das Blatt berichtete auch über eine noch unveröffentlichten Studie des Delta-Instituts für Sozial- und Ökologieforschung im Auftrag des Bundesfamilienministeriums. Demnach ist etwa ein Viertel aller kinderlosen Deutschen zwischen 20 und 50 Jahren ungewollt ohne Nachwuchs. Nur 13 Prozent aller Kinderlosen wollten grundsätzlich keine Kinder.

Allerdings verschieben den Angaben zufolge immer mehr Männer und Frauen den Kinderwunsch nach hinten. So sind im Alter zwischen 20 und 29 Jahren 79 Prozent der Deutschen kinderlos - 72 Prozent der Frauen und 85 Prozent der Männer. Im Alter zwischen 40 und 50 Jahren ist es immer noch fast jeder Vierte - 18 Prozent der Frauen und 29 Prozent der Männer. Agenturen/nd

Kommentar Seite 4

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!