Werbung

Schnapsidee

Uwe Kalbe über den Vorschlag zu einer Strafsteuer für Kinderlose

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Die Junge Union ist so was von altertümlich, dass man sogar als Atheist geneigt ist, das dreifache Kreuz zu schlagen, wenn man in die Nähe ihrer geistigen Ergüsse gerät. Selbst Teile der CDU nennen den jüngsten Vorschlag »mittelalterlich«, laut dem die angeblich Jungen unter den christlichen Demokraten Kinderlose mit einer Strafsteuer belegen möchten.

Zum Glück kann man darauf bauen, dass die Fantasien von JU-Chef Paul Ziemiak im Sande verlaufen werden. Weil kaum eine Familie ihre Planung für 1000 Euro ändern würde. Weil man Kinderlose nicht bestrafen kann, die vielleicht gar nicht kinderlos sein möchten - das zu unterscheiden, dafür müsste dann wohl ein intimer Fragebogen ausgefüllt werden. Auch deshalb, weil die Jungunionisten vermutlich nur heterosexuelle Ehepaare sanktionieren wollen und all die anderen Paare »ungeschoren« davonkommen würden, die doch der CDU-Mehrheit viel suspekter sind - die Homosexuellen, deren Ehe- und Adoptionsrecht die Union noch immer verhindert. Ausreichend Hindernisse für Ziemiaks Schnapsidee. Was von ihr bleibt, ist freilich schlimm genug. Die Erhöhung des Rentenalters mit steigender Lebenserwartung - sie reduziert den Menschen auf einen Kostenfaktor und zementiert die ungerechte Verteilung von Arbeit bis ultimo. Darin ist die alte Union ganz Ziemiaks Meinung.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!