Südsudans Bevölkerung wird gejagt

Zivilisten werden zwischen Armee und Rebellen aufgerieben und vielen bleibt nur die Flucht

  • Von Anne Gonschorek, Kapstadt
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Fast die Hälfte der Bevölkerung in Südsudan hungert. Jeden Tag wird von neuen Gräueltaten berichtet. Mehr als 1,5 Millionen Menschen mussten vor den plündernden Soldaten in die Sümpfe fliehen.

Der inzwischen 18 Monate anhaltende Bürgerkrieg hat ein neues Ausmaß an Grausamkeit erreicht. Die Mission der Vereinten Nationen im Südsudan (UNMISS) berichtet von immer neuen Gewalttaten. Überlebende sprächen von einem Vormarsch gegen die lokale Bevölkerung, bei dem Soldaten Zivilisten umbrächten, Dörfer plünderten und zerstörten. Bisher bestreitet die südsudanesische Regierung noch die Beteiligung der Armee, hat aber angekündigt, den UN-Bericht gründlich zu prüfen.

Unter den verstörenden Berichten der UNMISS-Menschenrechtsbeamten sind Tatbeschreibungen von Entführungen und sexuellem Missbrauch von Frauen und Mädchen, »von denen einige lebendig in ihren Behausungen verbrannt wurden«. Eine Frau wurde laut dem Bericht »aus ihrer Hütte herausgezerrt und vor den Augen ihres dreijährigen Kindes von mehreren Männern vergewaltigt«.

Südsudan ist die jüngste Nation der Welt und erlangte ihre Unabhängigkeit im Juli 2011, nachdem ein A...


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