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Unverblümte Botschaft

Neil Young & Monsanto

  • Von Thomas Grossman
  • Lesedauer: 3 Min.

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Der beinahe 70-jährige Neil Young singt auf seinem neuen Album wacker gegen den Chemie- und Biotechnologiekonzern Monsanto an, aber auch gegen die Handelskette Walmart, das Unternehmen Starbucks und den Energiekonzern Chevron.

Living With War« hieß im Jahre 2006 ein Album des kanadischen Musikers Neil Young, das sich gegen US-Präsident Bush und den Irakkrieg richtete. Es war wie ein Befreiungsschlag. »Ich wartete lange«, erklärte Young damals, »dass ein jüngerer Musiker kommt, um die so nötigen Songs zu schreiben, sich aufzulehnen. Doch dann entschied ich, dass es wohl doch wieder meine Generation machen muss.«

Nun hat der fast 70-Jährige wieder zugelangt und ein wütendes Album gegen den Chemie- und Biotechnologiekonzern Monsanto, aber auch gegen die Handelskette Walmart, das Unternehmen Starbucks und den Energiekonzern Chevron veröffentlicht.

Das Unternehmen Monsanto versorgte bereits während des Vietnamkrieges die USA mit dem Entlaubungsmittel Agent Orange, macht heute ein Riesengeschäft mit genmanipulierten Pflanzen und treibt Bauern in die Abhängigkeit von dem Konzern.

»The Monsanto Years« ist Youngs 36. Studioalbum. Eingespielt hat er es mit der kalifornischen Rockgruppe »Promise Of The Real«, der auch zwei Söhne des berühmten Country-Stars Willie Nelson angehören. »Promise Of The Real« haben sich 2008 gegründet, und ihre großen Vorbilder heißen Jimi Hendrix und Neil Young.

Anfang diesen Jahres schickte Young der Gruppe eine Demo-Kassette mit akustischen Versionen neuer Songs, die die Band fleißig probte. Bis Youngs Manager sie warnte: »Übt nicht zu viel. Neil mag es nicht, wenn es perfekt ist.« Aufgenommen wurde dann im Schauspielhaus »Teatro« in Oxnard (Kalifornien). Man spielte dort live zusammen, ohne das einzelne Instrumente isoliert wurden. So gerieten die Songs spontan, energiegeladen. Dazu fügte Young seine typischen Gitarren-Soli - oft erklingt auch ein schöner Satz-Gesang. Einiges erinnert an Crazy Horse, die Band, mit der Young vierzig Jahre lang sporadisch zusammenarbeitete.

Neil Youngs Botschaft ist unverblümt, ohne esoterische Poesie. Es geht bevorzugt gegen Schweinekonzerne, gewissenlose Firmenchefs und »faschistische Politiker«. In dem Song »People Want To Hear About Love« heißt es ironisch: »Sprich nicht über die Chevron-Millionen, die an Pipeline-Politiker gehen / denn die Leute wollen nur was von Liebe hören (...) Sprich nicht über die Konzerne, die all unsere Rechte kapern / denn die Leute wollen nur was von Liebe hören.«

Im achtminütigen Stück »Big Box« textet Young: »In den Straßen des Capitols übernehmen die Konzerne die Kontrolle / die Demokratie wird zu ihren Füßen zerschmettert«. Und in dem eher fröhlichen »A Rock Star Bucks A Coffee Shop« heißt es: »Ich will eine Tasse Kaffee / doch ich will keinen GMO (genetisch veränderten Organismus - T.G.) / Ich möchte meinen Tag beginnen, ohne Monsanto zu helfen.«

Inzwischen haben übrigens Monsanto, Walmart, Chevron und Starbucks gegen das Album protestiert. Ach ja: Es erscheint übrigens beim Großkonzern Warner.

Neil Young & Promise Of The Real: The Monsanto Years (Warner)

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