Die unvollendete Agenda

Die UN ziehen in ihrem Jahresbericht zu den Millenniumszielen eine gemischte Bilanz bei der Armutsbekämpfung

  • Von Ulrike Henning
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Zwar geht die extreme Armut laut der UNO weltweit zurück. Doch von Entwarnung kann keine Rede sein, weil gleichzeitig der Unterschied zwischen Arm und Reich zunimmt.

Die Vereinten Nationen hatten sich vor 15 Jahren acht Millenniums-Entwicklungsziele gesetzt, die in diesem Jahr erreicht werden sollten. Zu den Schwerpunkten gehörten die Hungerbekämpfung, Bildung und Gesundheit sowie die Entwicklungshilfe. In Berlin wurde am Montag der letzte UN-Jahresbericht zu dem Programm vorgelegt.

Die Bilanz ist gemischt. Zumindest die extreme Armut wurde zurückgedrängt. Nach UN-Maßstäben müssen aktuell noch 14 Prozent der Menschen in sich entwickelnden Ländern von weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag leben - im Referenzjahr 1990 waren es 47 Prozent. Nach dieser Definition sank die absolute Zahl der Menschen in dieser Gruppe von 1,9 Millionen 1990 auf 836 Millionen heute. Richard Dictus, Vertreter des UN-Entwicklungsprogramms in der Bundesrepublik, nannte einen weiteren Erfolg: Der Anteil der hungernden Bevölkerung habe sich halbiert. Allerdings hätten immer noch 795 Millionen Menschen - jeder neunte Erdenbürg...

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