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Kennzeichen Schmidt

Andreas Fritsche über die Namensschilder für Polizisten

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 1 Min.

Brandenburgische Polizisten, die sich an Namensschildern piken und denen wegen dieser Namensschilder die Knie schlottern. Das wirkt schon komisch. Trotzdem sollte man sich nicht darüber lustig machen, wenn diese Menschen um ihre Sicherheit fürchten und um die ihrer Familien. Ein Restrisiko, von Kriminellen am privaten Wohnsitz ausfindig gemacht zu werden, besteht schließlich. Aber die theoretische Gefahr rechtfertigt noch keinen Verzicht auf Namensschilder. Das ist dann Berufsrisiko, so wie bei Politikern, die sich mit unpopulären Entscheidungen unbeliebt machen, oder bei Journalisten, die über die Neonaziszene berichten.

Für Fälle realer Bedrohung gibt es eine Ausnahme von der Kennzeichnungspflicht. Im Zweifelsfall sollte diese Ausnahmeregelung auch großzügig gehandhabt werden. Aber ansonsten muss sich ein Polizist schon gefallen lassen, identifiziert und im Falle eines Fehlverhaltens auch angezeigt zu werden. Nach zweieinhalb Jahren Kennzeichnungspflicht in Brandenburg gibt es offenbar keinen konkreten Anlass, sich nun plötzlich gegen die Beibehaltung der Namensschilder auszusprechen. Die Namensschilder stärken beim Bürger das notwendige Sicherheitsgefühl, stets vorschriftsmäßig und anständig behandelt zu werden. In einer Demokratie sollte dies eine Selbstverständlichkeit sein.

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