Frankreichs arme Kinder

Kinderhilfswerk warnt vor dramatischen Folgen weiterer Ausgrenzung

  • Von Andrea Klingsieck, Paris
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

In Frankreich leben mehr als drei Millionen Kinder unter der Armutsschwelle. UNICEF schlägt nun Alarm und drängt auf politische Anstrengungen.

Für ein Land, das sich das Ziel der Gleichheit als Devise auf alle Rathäuser geschrieben hat, könnte die Bilanz kaum düsterer sein. In seinem jüngsten Bericht zur Lage der Kinder in Industrieländern zieht das Kinderhilfswerk UNICEF eine für Frankreich alarmierende Bilanz und appelliert an die Regierung, sich stärker für die Umsetzung der 1990 unterzeichneten UN-Kinderrechtskonvention zu engagieren. Dem Bericht zufolge lebt in Frankreich jedes fünfte Kind unter der Armutsgrenze; das sind mehr als drei Millionen Minderjährige. 31 000 Kinder sind obdachlos, etwa 9000 leben in regelrechten Slums. Im Jahr 2013 musste die Sozialambulanz »Samu social« 29 000 Familien mit Kindern beherbergen - vier Mal so viel wie noch 2004. Infolge der Wirtschaftskrise in der Europäischen Union sind zwischen 2008 und 2012 zusätzlich rund 440 000 Kinder mit ihren Eltern unter die Armutsgrenze abgerutscht. Vergleicht man die Kinderarmutsquoten weltweit, liegt F...


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