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Amerikas Sozialist wird immer beliebter

Wie der linke Außenseiter Bernie Sanders den US-Vorwahlkampf der Demokraten aufmischt

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Bernie Sanders ist ein Außenseiter der US-Politik. Der Senator aus Vermont der einzige bekennende Sozialist im US-Senat. Nun will der 73-Jährige demokratischer Präsidentschaftskandidat werden und heizt der Favoritin Hillary Clinton ein.

Boston. Er sieht aus wie ein schusseliger Professor aus alten Filmen, mit zerzausten weißen Haaren, aber stets einem freundlichen Lächeln. Bernie Sanders predigt im Heimatstaat des Kapitalismus sozialistische Ideale. Und damit bringt er richtig Leben in den amerikanischen Vorwahlkampf. Denn der 73-Jährige will Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei werden. Damit wird er zwangsläufig zum Herausforderer von Hillary Clinton, die viele in ihrer Partei und auch außerhalb quasi als gesetzt angesehen hatten.

Sozialismus als Magnet für die Massen

Der Mann, der als Parteiloser zum Senator des nordöstlichen Bundesstaates Vermont wurde, aber bei der Demokratischen Fraktion untergeschlüpft ist, zieht die Massen an. In Portland in Maine sprach er vor 7500 Menschen. In Madison in Wisconsin kamen 10.000, um ihm zuzuhören. Es war die bisher größte Kundgebung im Vorwahlkampf. Sanders, der sich um ordentliches Auftreten bemüht und sich jetzt sogar die Haarmähne kämmt, glaubt zu wissen, warum so viele Amerikaner zu ihm kommen: »Von Maine bis Kalifornien versteht das amerikanische Volk, dass die Politik des Establishments und die Wirtschaft des Establishments nicht gut für die Mittelklasse sind.«

Während die Europäer in der Griechenlandkrise versuchen festzuschreiben, wie viel eine linke Regierung für öffentliche Dienste, Pensionen und Sozialprogramme ausgeben darf, wirbt Sanders für einen Sozialismus ohne Abstriche. »Ich applaudiere dem griechischen Volk zu seinem Nein zu noch mehr Sparpolitik für die Armen, die Kinder, die Kranken und Alten«, sagte er am Sonntag nach dem griechischen Referendum. Er fordert einen Mindestlohn von 15 Dollar die Stunde (13,70 Euro), kostenlose Studienplätze, großzügige freie Tage für Familien, mehr Urlaub und mehr bezahlte Krankheitstage. Und er hat eine klare Vorstellung, wo das Geld dafür herkommen soll: mehr Steuern für Konzerne und für reiche Familien.

Erstaunlicher Zulauf in Iowa

Nicht allein die Großkundgebungen in Maine und Wisconsin lassen die politischen Wahlkampfexperten aufhorchen, sondern Sanders Auftritt in Council Bluffs in Iowa. 2500 Menschen kamen in der Kleinstadt zusammen, um Sanders zu hören. Iowa gilt als entscheidend in jedem Wahlkampf und als Gradmesser für andere Staaten. Noch kein anderer Kandidat hat bisher in Iowa mehr Zuhörer angezogen.

Clinton-Wahlkampfstrategen sind besorgt

In der Wahlkampfleitung von Hillary Clinton ist man aufgeschreckt. Noch im Mai hatte Clinton die Unterstützung von 60 Prozent der demokratischen Wähler. Sanders lag bei 15 Prozent. Die Zahlen wurden von der renommierten Quinnipiac University erhoben. Ende Juni allerdings ist Clintons Zustimmung auf 52 Prozent gesunken. Und Bernie Sanders finden jetzt 33 Prozent gut und wollen ihn wählen. »Natürlich sind wir wegen ihm besorgt«, sagte Clintons Kampagnen-Sprecherin Jennifer Palmieri.

Noch immer liegt Clinton vorn. Auch beim Geld, das im US-Wahlkampf so wichtig ist. 45 Millionen Dollar (41,1 Millionen Euro) hat sie bisher gesammelt. Sanders nur rund 15 Millionen. Allerdings beträgt die Durchschnittsspende bei ihm 33 Dollar. Das zeigt, dass seine Befürworter breit aufgestellt sind. Clintons Geld kommt hauptsächlich von wenigen reichen Spendern.

Republikaner nennen ihn einen Extremisten

Die Republikaner hängen ihm schon das Etikett Extremist an. Der Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal, der republikanischer Präsidentschaftskandidat werden will, sagte: »Haben Sie ehrlich geglaubt, wir würden den Tag erleben, dass ein in der Wolle gefärbter Sozialist für das Amt des Präsidenten kandidiert und 10.000 Leute in Wisconsin kommen, um ihn reden zu hören? Das zeigt nur, wie radikalisiert die Demokratische Partei ist.«

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