Es ist Dürre und es dürstet uns, helft!

Konzerthaus Berlin: Hans-Christoph Rademann dirigierte das Oratorium »Elias« von Felix Mendelssohn-Bartholdy

  • Von Stefan Amzoll
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Was der Konzertsaal vermag! Dieser alte Gaul der Kultur, dieses Kuriosum aus der Vorzeit, das der Moderne hinterherhinkt wie der klapprige Esel, der nur noch stöhnt unter seiner Last, - er vermag Ungeheures. Der »Elias« im Konzerthaus bewies es. Dramatisches, unerhörte Gedanken, starke Gefühle, jeden könnten sie betreffen, Konflikte, die jedermann angehen, zugleich eine Klangwirklichkeit, wie sie hervorzuzaubern besser nicht gelingen kann. Was will der Hörer mehr?

Alter Gaul? Quatsch. Turmhoch überflügelt solche Musik jegliche Alltagsgeschäftigkeit. Obendrein kam die Schöpfung an einen Abend der Extreme. Massengedränge trotz hoher Temperaturen auf dem Gendarmenmarkt. Statt Wind blies Sinfonische Popularmusik vor der Freitreppe des Konzerthauses in die Ohren und steigerte die Hitze noch. Im Saal war es kühler. Vier Solisten, der RIAS-Chor und die Akademie für Alte Musik unter Hans-Christoph Rademann gaben sich die Ehre mit jenem Or...


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