Neun von zehn Euro gingen an die Banken

Nur ein Bruchteil der öffentlichen Kredite an Griechenland kam dem Staatshaushalt zu Gute

  • Von Simon Poelchau
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Rund 240 Milliarden Euro wurde Griechenland im Rahmen von zwei Kreditprogrammen von den Gläubigern bewilligt. Das weitaus meiste landete schnell bei den Banken.

In Deutschland war der Widerstand gegen ein drittes Kreditprogramm für Griechenland von Anfang an äußerst hart. Im Februar dieses Jahres etwa erregt die »Bild«-Zeitung mit ihrer Nein-Kampagne viel Aufsehen. »Keine weiteren Milliarden für die gierigen Griechen!«, tönte Deutschlands größtes Boulveard-Blatt populistisch. Damit wurde mal wieder das Vorurteil vom faulen Griechen bestärkt, der sich auf Kosten der deutschen Steuerzahler in Saus und Braus lebt.

Was jedoch in der aktuellen Debatte um die Schulden Athens kaum mehr eine Rolle spielt: Auch die Staatsschuldenkrise in Griechenland hatte ihre Ursache in der Finanzkrise. Von Ende 2007 bis 2010 schoss die Staatsverschuldung im Vergleich zur Wirtschaftsleistung von 107 auf 148 Prozent in die Höhe. Auch deutsche Banken verliehen da Geld. Ende 2010 beliefen sich ihre Forderungen gegenüber dem Krisenstaat auf rund 30 Milliarden Euro. Im Frühjahr 2015 waren es nur noch rund vier Millia...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.