Er erklärte die Hölle

Zum Tod des Schriftstellers Gerhard Zwerenz

  • Von Jürgen Reents
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Nun bin ich beruhigt, man schreibt und lebt«, notierte eine frühere Nachbarin von Gerhard Zwerenz vor etlicher Zeit erleichtert aus Amsterdam, nachdem einer seiner regelmäßigen Texte auf poetenladen.de ausgeblieben war. Ein anderer wollte ihn zu einer neuen Lesung und Diskussion nach Straubing einladen. Gerhard Zwerenz antwortete: »Ich laboriere mit zwei Möglichkeiten und bin unsicher, macht der Krebs ein Ende mit mir oder ich mit ihm?« Derweil würde er lieber im Haus verharren und »nur von Zeit zu Zeit« über seine online-Serie signalisieren, »dass es mich noch gibt«. Monate später antwortete er auf eine Nachfrage nach seinem Befinden, nun sei das Wetter »ungnädig wie der Herr Krebs«.

Seine »Verteidigung Sachsens und warum Karl May die Indianer liebte«, einen Internet-Zyklus, schrieb Zwerenz seit September 2007, zunächst wöchentlich, später zwei- bis dreiwöchentlich. 99 Fragmente hoffte er zu schaffen, literarische und biografisch...


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