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Spiel des Friedens in Wolgograd

Der Gouverneur des ehemaligen Stalingrads wünscht sich zur Einweihung der WM-Arena ein Fußballspiel gegen Deutschland

  • Von Arne Richter, Wolgograd
  • Lesedauer: 3 Min.

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Die Fußball-WM 2018 wird unter anderem in Wolgograd gespielt. Nun kommt ausgerechnet aus dem früheren Stalingrad das Angebot, das WM-Stadion mit einem Spiel gegen Deutschland einzuweihen.

Die deutsche Fußball-Nationalelf könnte vor der WM 2018 zu einem Spiel mit hohem Symbolcharakter zur Einweihung des Stadions im ehemaligen Stalingrad antreten. »Wir würden solch ein Spiel hier begrüßen. Es wäre ein Spiel des Friedens«, sagte der Gouverneur von Wolgograd, Andrej Botscharow, bei einem Medientermin auf der Baustelle der Victory Arena. Wolgograd ist einer von elf Spielorten der Fußball-WM 2018 in Russland.

Zwischen Wolga-Ufer und dem berühmten Denkmal »Mutter Heimat ruft« auf dem Mamajew-Hügel, das an die Schlacht von Stalingrad im Zweiten Weltkrieg erinnert, wird derzeit das 45 000 Zuschauer fassende Stadion für 16,5 Milliarden Rubel (etwa 265 Millionen Euro) gebaut. Ende November 2017 soll die »Siegesarena« fertiggestellt sein. »Wir wären glücklich, ein solches Spiel hier zu haben. Es könnte natürlich auch während der WM stattfinden, es wäre in jedem Fall ein Spiel des Friedens. Aber wenn es das Eröffnungsspiel des Stadions wäre, wäre das sehr interessant«, sagte Botscharow.

»In die konkreten Länderspielplanungen für das Jahr vor der WM in Russland sind wir noch gar nicht eingestiegen. Vielleicht aber kommt es ja bereits beim Confed Cup zu dieser interessanten Konstellation«, sagte DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock am Donnerstag. Beim WM-Testlauf im Sommer 2017 nimmt das DFB-Team als eines von acht Mannschaften teil. Wolgograd ist allerdings gar kein Spielort des Kontinentalmeisterturniers.

Die DFB-Auswahl hat seit 2008 vor allen Turnieren in Europa ein Spiel beim kommenden Gastgeber bestritten. Am 13. November tritt der Weltmeister in Paris für einen Test gegen den kommenden EM-Ausrichter Frankreich an. 2008 spielte man in Österreich (3:0) und der Schweiz (4:0). 2011 in Polen (2:2) und der Ukraine (3:3) jeweils bei den Co-Gastgebern der folgenden EM.

Die Schlacht von Stalingrad von August 1942 bis Februar 1943 gilt als Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg zugunsten der Roten Armee. Mehr als 700 000 Menschen verloren ihr Leben. Im heutigen Wolgograd ist der Alltag auch heute noch durch viele Denkmäler von der Erinnerung an die Kriegszeit geprägt. Wolgograds Vizegouverneur Wassili Galuschkin betonte allerdings die heute guten Beziehungen der Partnerstadt von Köln nach Deutschland. Diese seien kürzlich bei einem Besuch von Außenminister Frank-Walter Steinmeier bestätigt worden. Deutschland sei Hauptwirtschaftspartner der Region Wolgograd.

Der Bau der Victory Arena wurde zuletzt immer wieder durch historisch begründete Komplikationen erschwert. So wurden die sterblichen Überreste von zwei russischen Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Mehrfach mussten die Arbeiten zudem wegen Munitionsfunden unterbrochen werden.

Deutschland hat noch nie ein Fußball-Länderspiel in Wolgograd oder Stalingrad bestritten. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat die DFB-Auswahl überhaupt erst sechsmal in Russland oder der früheren Sowjetunion an. Zuletzt am 10. Oktober 2009, als beim 1:0-Sieg durch ein Tor von Miroslav Klose in Moskau die Qualifikation für die WM 2010 gesichert wurde.

Bundestrainer Joachim Löw hat stets das Bewusstsein seiner Spieler für soziale und politische Themen betont. So besuchte vor der EM 2012 in Polen eine Delegation um den damaligen Kapitän Philipp Lahm die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz.

Ein Duell zwischen Russland und Deutschland wäre während des WM-Turniers nur in der K.o.-Phase möglich, da Gastgeber und Titelverteidiger traditionell als Gruppenköpfe gesetzt werden. Als Termin für das Einweihungsspiel käme der März 2018 infrage, da dies der einzige internationale Testspieltag zwischen der geplanten Fertigstellung des Stadions und der unmittelbaren WM-Vorbereitung ist. Die Endrunde findet vom 14. Juni bis 15. Juli 2018 statt. dpa/nd

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