Die Leute wollen Veränderungen

Bei den Kubanern übertreffen die Hoffnungen die Befürchtungen in puncto USA-Annäherung

  • Von Darius Ossami, Havanna
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Seit den 70er Jahren verkehren die USA und Kuba offiziell auf der Ebene sogenannter Interessenvertretungen. Mit der Wiedereröffnung der Botschaften verbinden viele Kubaner positive Erwartungen.

Auf den ersten Blick sieht alles aus wie immer in der kubanischen Hauptstadt Havanna: Die Menschen flanieren entspannt auf der Straße, malerische Straßenkreuzer aus den 1950er Jahren dienen als Kollektivtaxis, die Häuser sind verfallen. Vor vielen Läden stehen die Leute Schlange, um die wenigen Produkte zu erwerben, und es gibt immer noch keine Werbung - außer altbekannten Staatsparolen wie: »Die Partei ist die Seele der Revolution.«

Und doch weht ein neuer Wind durchs Land: Die Jugend geht auf staatlich genehmigte Elektromusik-Parties und Weltmusikfestivals; es gibt kleine Cafés und überall verkaufen Nachbarn Brötchen und spärlich belegte Pizza aus ihren Häusern heraus. Einige Jugendliche führen auch schon ihre Smartphones spazieren und überall in Havanna trifft man auf Touristen; 2014 sind zum ersten Mal mehr als drei Millionen Besucher auf die Insel gekommen. Damit ist der Tourismus die zweitwichtigste Einnahmequelle für Kuba. ...


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