Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Aden hart umkämpft

Krieg in Jemen forderte bisher 3200 Opfer

Ungeachtet der Versicherungen der jemenitischen Exilregierung, die südliche Stadt Aden wieder unter Kontrolle zu haben, halten die Kämpfe dort an.

Aden. Nach dem Angriff schiitischer Huthi-Rebellen auf eine Wohngegend in Jemens zweitgrößter Stadt Aden ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 75 gestiegen. »Wir können mindestens 75 Tote bestätigen, weil wir sie gesehen haben«, sagte ein Sprecher der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) der Deutschen Presse-Agentur am Montag auf Anfrage.

Zudem gebe es wahrscheinlich bis zu 30 weitere Tote in Krankenhäusern, die nicht von MSF betreut würden. Die Zahl der Verwundeten liege etwa bei 200. Bei dem Bombardement mit Granaten und Raketen am Sonntag seien größtenteils Zivilisten getroffen worden, sagte der Sprecher. Die Rebellen hatten vergangene Woche eine schwere Niederlage erlitten, als sie aus der Hafenstadt vertrieben wurden.

Die Huthis und ihre Verbündeten hatten den sunnitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi und dessen Regierung nach der Eroberung Adens Ende März zur Flucht in die saudische Hauptstadt Riad gezwungen. Seither fliegt ein von Saudi-Arabien geführtes sunnitisches Militärbündnis regelmäßig Luftangriffe auf Stellungen der Rebellen. Auch am Sonntag waren wieder Menschen bei den Luftschlägen ums Leben gekommen: Angriffe auf die Stadt Jarim töteten mindestens 13 Menschen. Die Huthis beherrschen trotz der erlittenen Verluste noch immer große Teile Jemens. Eine Waffenruhe, die die UN kürzlich vermittelt hatten, hielten beide Seiten nicht ein.

Im Kampf um Aden sind regierungstreue Kämpfer am Montag nach eigenen Angaben in das letzte noch von Rebellen kontrollierte Stadtviertel vorgerückt. Die Kämpfer hätten »die Kontrolle über den Großteil des Stadtteils al-Tawahi übernommen«, sagte ihr Sprecher Ali Ahmehi der Nachrichtenagentur AFP. Die regierungstreuen Einheiten nahmen die Präsidentenresidenz, den Sitz eines Militärkommandos und einen Marinestützpunkt ein. Bei den Kämpfen wurden 17 Aufständische und elf Kämpfer der regierungstreuen Einheiten getötet.

Die regierungstreuen Kämpfer durchkämmten nun die Gegend, um Rebellenverstecke ausfindig zu machen, sagte der Sprecher. Einzelne Heckenschützen der Huthi-Miliz stünden noch auf Dächern. In den vergangenen Monaten waren die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen in die Defensive geraten. Am Sonntag griffen sie jedoch den Stadtteil Dar Saad im Norden Adens an. Dabei wurden fast 60 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt. Jemen wird seit Monaten von schweren Kämpfen erschüttert, bei denen bislang nach UN-Angaben mehr als 3200 Menschen getötet wurden. Während ihrer einjährigen Offensive gelang es den Huthi-Rebellen mit Unterstützung von Getreuen des früheren Präsidenten Ali Abdallah Saleh, weite Teile des Jemen unter ihre Kontrolle zu bringen, darunter die Hauptstadt Sanaa und Aden. dpa/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln