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NATO-Übungen an den Flanken in Ost und Süd

US-Armee rief zu »Rapid Trident« in die Ukraine

Die NATO fühlt sich eingekreist – im Osten droht Russland, im Süden drohen Islamisten. Wenn politische Konzepte fehlen, führt man Soldaten ins Feld. Derzeit geschieht das wieder einmal verstärkt.

Auf sechs Seiten hat das Europa-Kommando der US-Streitkräfte den diesjährigen Übungsplan zu Lande, zu Wasser und in der Luft zusammengefasst. Die Masse findet im Osten statt. Obwohl die diesjährige Übung »Rapid Trident« am Montag im Westen der Ukraine begonnen hat, ist wenig über deren Ziel bekannt gemacht worden. Lediglich das Verteidigungsministerium der Ukraine platzt vor Stolz, dass 800 eigene Soldaten mit der gleichen Anzahl Zugereister üben. Die kommen aus sieben Ländern, die Bundeswehr schickte fünf Stabsoffiziere und bleibt damit deutlich unter dem Niveau vergangener Jahre.

Einen Tag zuvor haben Manöver in Moldawien, einem Land, das NATO-Partner für den Frieden ist, begonnen. Man übt unmittelbar an der Grenze zur Ukraine. Beteiligt sind gleichfalls rund 800 einheimische Soldaten sowie Übungspartner aus den USA, Rumänien, Polen und Georgien. Der »Gefechtsort« ist nicht zufällig gewählt worden. Die zweitgrößte Stadt des Landes Balti ist Lebensmittelpunkt zahlreicher ethnischer Russen. Man kennt solche nach innen gerichtete US-Machtdemonstrationen von Manövern, die unlängst in Estland abgehalten worden sind.

Diese Art bilateral organisierte Manöver mit Nicht-NATO-Staaten werden bislang zahlenmäßig gering gehalten. Höhepunkt in diesem Jahr wird die Übung »Trident Juncture 2015« sein. Sie findet mit insgesamt 36 000 Soldaten im Herbst statt. und das deutsche Heer ist mit einem sogenannten Gefechtsverband der Gebirgstruppe beteiligt. Die Marine bietet zwei Fregatten, einen Einsatzgruppenversorger und weiteres Kriegsgerät. Die Luftwaffe ist nur schwach vertreten, was offenbar an der mangelnden Einsatzbereitschaft liegt. Insgesamt werden für »Trident Juncture 2015« rund 3000 deutsche Teilnehmer für bis zu vier Monate abgestellt.

Aus Kostengründen, so heißt es bei der NATO, finde die Übung in Südeuropa statt. Man kann die territoriale Ausrichtung auch anders bewerten: Die NATO will auf Auseinandersetzungen an der Südflanke vorbereitet sein und signalisiert eine gewisse Abwehrbereitschaft gegenüber dem Islamischen Staat.

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