Berlin gehen die Lehrer aus

Sinnlose Vertretungsstunden, keine Gehaltssteigerungen: Pädagogen schildern ihren Alltag

  • Von Martin Höfig
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Vor allem an Berliner Grundschulen fehlen in den kommenden Jahren Pädagogen. Die bevorstehende Pensionierungswelle und die Abschaffung der Verbeamtung fordern ihren Tribut.

Es ist kurz nach halb acht am Morgen. Paula W. liest auf dem Vertretungsplan im Lehrerzimmer einer Berliner Grundschule ihren Namen. Mal wieder hat ihr die Schulleitung Vertretungsstunden in ihre beiden Freistunden am Vormittag gedrückt. Schlecht gelaunt geht sie zum Haupteingang der Schule, denn heute Morgen ist sie für den Einlass eingeteilt. In der ersten großen Pause auch noch zur Pausenaufsicht. Für sie gibt es heute also so gut wie gar keine Auszeit.

So wie Paula geht es vielen Lehrern in der Hauptstadt. Sie haben eigentlich 28 Unterrichtsstunden pro Woche zu geben, kommen aber oft auf 32 oder mehr. Es ist eine Abwärtsspirale: »Vor allem die anhaltende Welle von Pensionierungen seit ein paar Jahren kann nicht durch genug neue Lehrer aufgefangen werden«, sagt Matthias Jähne, Hochschulreferent bei der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) Berlin. Durch die Mehrbelastung gebe es unter den Lehrern in der Regel einen ...

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