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Perle des Randgebietes

Woltersdorf: Einstiges Ackerland wurde zum Sehnsuchtsort für genervte Großstädter

  • Von Christin Odoj
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

In Woltersdorf gibt es klare Badeseen, eine uralte Straßenbahn, aber kein IKEA-Möbelhaus. Es geht um Woltersdorf, nicht Waltersdorf. Über einen Ort, den die Autorin jahrelang zu Unrecht verflucht hat.

Wenn ein Ort Gefühle hätte, Woltersdorf an der Schleuse, umzingelt von Schöneiche (bei Berlin), Rüdersdorf (auch: bei Berlin) und Rahnsdorf (in Berlin), müsste eigentlich dauereingeschnappt sein. Nicht nur, dass ihm die Assoziation zur großen Stadt verwehrt wird, nahezu in jeder Unterhaltung mit Gebietsfremden wird es verwechselt: Ach, da wo IKEA ist? Nein, verdammt, Woltersdorf, nicht Waltersdorf.

Als ich 16 Jahre alt war, zogen meine Eltern hierher, weg aus dem großen Leuchten, weg aus Berlin. Sie bauten ein Haus und verbauten mir meine Jugend. Die letzte Straßenbahn fuhr Freitagabend und das ganze Wochenende um 23:45 Uhr vom Bahnhof Rahnsdorf in den dunklen Schlund des Berliner Stadtforstes, um mich am Ortseingang Woltersdorf, Landkreis Oder-Spree, wieder auszuspucken. Das Beste an Woltersdorf ist die Nähe zu Berlin.

Ich kam mir vor wie der griechische König Tantalos, verdammt dazu, in einem Teich zu verdursten, weil die G...


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