Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Durchboxen bis nach Rio

Nach dem Chemiepokal in Halle führt der Weg zu den Olympischen Spielen über die EM und WM

  • Von Manfred Hönel, Halle (Saale)
  • Lesedauer: 2 Min.
Der Chemiepokal in Halle bot einen Hoffnungsschimmer für die deutschen Amateurboxer. Doch der Weg zu den Sommerspielen nach Rio ist noch sehr weit.

Der Faustkampf beim Chemie-Pokal in Halle stand lange auf der Kippe. »Doch dank der Stadt Halle und des Lotto-Betriebes Sachsen-Anhalt ging das größte Amateur-Boxturnier der Welt vorige Woche zum 42. Mal mit 103 Boxern aus 19 Ländern über die Bühne«, lächelte DBV-Sportdirektor Michael Müller zufrieden.

Zu den Siegern in zehn Gewichtsklassen gehörten mit dem Nürnberger Bantamgewichtler Sharafa Raman und Halbschwergewichtler Leon Bunn aus Frankfurt am Main auch zwei deutsche Boxer. Ins Finale schafften es der Oberhausener Abass Baraou und Max Keller aus Aachen. Dazu gab‘s Bronze für Ronny Beblik (Chemnitz), Robert Harutjunjan (Hamburg), Eugen Dahinten (Traunreut) und Denis Radowan (Köln). »Wir können mit dem Abschneiden und Platz zwei in der Länderwertung zufrieden sein, auch wenn Keller leider durch K.o. verlor. Immerhin ist der Chemie-Pokal im Boxen so etwas wie Wimbledon im Tennis«, erklärte Müller.

Der Sportdirektor hatte schnell begriffen, welches Juwel die deutschen Boxer da in den Fäusten halten. Deshalb kämpfte der Dortmunder für den Erhalt des Turniers. Sein Einsatz wurde belohnt. Nach Jahren im Maritim Hotel als Kampfstätte ziehen die Boxer im nächsten Jahr wieder in eine Halle um. »In Zukunft steht uns die neue Erdgas-Arena zur Verfügung«, freut sich Bundestrainer Michael Timm (52). Der Schweriner hofft, dass auch die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten dann einmal den Weg zum Chemie-Pokal finden. »Im Gegensatz zu schlimmen Profivorstellungen bieten wir im olympischen Boxen bei Turnieren wie in Halle mindesten bei der Hälfte aller Kämpfe Weltspitzenniveau an«, ist Timm überzeugt. Zum Glück sorgte der Boxverband für einen Livestream im Internet. Dadurch konnten Tausende Boxfans die Chemie-Pokalkämpfe verfolgen.

Die beiden siegreichen Nachwuchskämpfer Sharafa Raman (boxt in der Bundesliga für Seelze) und Leon Bunn (kämpft für Nordhausen) kommen für Olympia im nächsten Jahr noch nicht in Frage. Deshalb müssen die beiden Athleten bei der EM zusehen. In ihren Gewichtsklassen steigen in Sofia (6.-15. August) Omar El Hag (Berlin) und Weltspitzenboxer Sergej Michel (Straubing) in den EM-Ring. Die Europameister können sich mit Blick auf Olympia schon mal in Vorfreude üben. Das Ticket nach Rio besitzen sie aber dann noch nicht. Bis jetzt ist von den deutschen Boxern nur der superschwere Erik Pfeifer für Rio qualifiziert. Für alle anderen ist der Weg an die Copacabana nur über die WM im Herbst in Katar möglich.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln