Als Kohl noch Kanzler war und Twix noch Raider hieß

»Die 80er - Figurative Malerei in der BRD« im Städel Museum in Frankfurt am Main

  • Von Georg Leisten
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Die 80er Jahre genießen einen schlechten Ruf. Sie leiteten mit ihrer neokonservativen Kehre eine zweite Adenauer-Ära ein – nur ohne Wirtschaftswunder. Doch die Dekade hatte auch ein anderes Gesicht.

Was haben sie uns nicht alles für Peinlichkeiten hinterlassen? Schulterpolster und Vokuhila, Tennissocken und Dieter Bohlen. Kein Abschnitt in der Geschichte der BRD, jedenfalls aus westdeutscher Perspektive, genießt einen schlechteren Ruf als die 80er Jahre, die mit ihrer neokonservativen Kehre wie eine zweite Adenauer-Ära anmuten. Nur ohne Wirtschaftswunder.

Doch die Dekade hatte auch ein anderes Gesicht, eines das laut und ungewaschen gegen die Rückkehr zur Biederkeit anrüpelte. Ende der 70er trat eine Malergeneration an, um unter dem Label des Jungwilden den Geist des Punk auf die Leinwand zu bringen. Die meisten Frontleute der Bewegung arbeiten bis heute weiter, vom Bildschirm der öffentlichen Aufmerksamkeit freilich sind sie mit dem Ende ihres Jahrzehnts verschwunden. Dauerhaft im Bewusstsein eingenistet hat sich bislang nur einer: Martin Kippenberger. Der Witztitan, Saufkumpel und Sprücheklopfer, der gern unter die Gürtelli...

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