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Ai Weiwei wird auch nach Berlin kommen

Der regierungskritische chinesische Aktionskünstler Ai Weiwei wird bei während seines Aufenthaltes in Deutschland auch nach Berlin kommen. Dies bestätigte die Galerie Neugerriemschneider am Donnerstag in Berlin. Der 57-jährige Dissident traf am gestrigen Nachmittag in München ein. Ai Weiwei werde dann zunächst in München bleiben und erst nach einigen Tagen nach Berlin weiterreisen, sagte ein Sprecher der deutschen Galerie des Künstlers auf epd-Anfrage.

Ai Weiwei hatte vor wenigen Tagen nach vier Jahren seinen Pass zurückerhalten. Im April 2011 war er überraschend festgenommen worden, als er nach Hongkong ausreisen wollte. Erst nach 43 Tagen gab es wieder ein Lebenszeichen von Ai Weiwei, der schließlich nach drei Monaten freikam, unter Hausarrest gestellt wurde und dann Peking lange nicht verlassen durfte. Ihm wurden damals Steuervergehen in Millionenhöhe vorgeworfen. Zuletzt konnte er in China aber wieder Ausstellungen realisieren. Ai Weiwei gilt als Künstler, der immer wieder die Grenzen der Meinungsfreiheit in China auslotet.

Die Berliner Universität der Künste hofft, dass Ai Weiwei schon bald seine dortige Gastprofessur antreten kann. Die Einrichtung stehe für Gespräche bereit. Aus Ai Weiweis Umfeld sei bereits signalisiert worden, dass er demnächst nach Berlin komme, sagte ein UdK-Sprecher am Donnerstag.

Großbritannien hat Ai Weiwei allerdings unter Hinweis auf seine Inhaftierung ein sechsmonatiges Geschäftsvisum verweigert und ihm nur einen dreiwöchigen Aufenthalt erlaubt. In dem Ablehnungsschreiben, das der chinesische Künstler am Donnerstag auf dem Fotodienst Instagram veröffentlichte, wird ihm vorgeworfen, falsche Angaben über seine Straffälligkeit gemacht zu haben. »Es ist öffentlich bekannt, dass Sie früher eine kriminelle Verurteilung in China erhalten haben«, heißt es darin.

Ai Weiwei hob hingegen in einer Stellungnahme hervor, »niemals wegen eines Verbrechens angeklagt oder verurteilt worden« zu sein. Der Künstler will zur Eröffnung seiner Ausstellung in der Royal Academy of Arts vom 19. September bis 13. Dezember in die britische Hauptstadt reisen. Agenturen/nd

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