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Ruhige, entspannte Tage. Damals

Sieben Tage, sieben Nächte: Regina Stötzel über die Sommerzeit, das Sommerloch und schlechte Nachrichten

  • Von Regina Stötzel
  • Lesedauer: 2 Min.

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Jaja der Sommer...Klar das Wetter ist eigentlich wie immer nicht sommerlich genug. Und für uns Journalisten fehlt das Sommerloch. Und das ist schlecht: Denn das bedeutet leider viele schlechte Nachrichten in der Sommerzeit.

»Kann man das diese Woche machen?«, fragte kürzlich der Kollege, der die beliebte Bildrubrik »Zehn Gründe« mit einem sommerlichen Thema bestücken wollte und zum Erscheinungstag einmal mehr herbstliche Temperaturen befürchtete. Aus einer uns in jeder Hinsicht nahestehenden Organisation drang kürzlich das Gerücht herüber, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten an einem Tag hitzefrei bekommen, als wir fröstelnd an unseren Arbeitsplätzen saßen. Man war offenbar der Falschmeldung von einer Hitzewelle aufgesessen, die in Wirklichkeit schon vorbei war, bevor sie angefangen hatte.

Nun ist es müßig, über das Wetter zu lamentieren. Doch durfte man früher zu dieser Jahreszeit, unabhängig von den Temperaturen, immerhin das sogenannte Sommerloch beklagen. Jene Hochzeit der Stallwächter und der Politiker von der Hinterbank, die die günstige Gelegenheit nutzten, steile Thesen oder kesse Forderungen vorzubringen, um endlich auch einmal in den Medien erwähnt zu werden. Für die diensthabenden Journalisten war es nicht leicht, damals, als die Terminkalender leer waren, die Agenturen nichts Brauchbares lieferten und allenfalls gut gelaunte Kollegen aus dem Urlaub Nachrichten schickten. Man raufte sich die Haare und grübelte, was denn wohl eine geeignete Nachricht für Seite 1 sein könnte.

Im Nachhinein betrachtet, war dies eine paradiesische Zeit. Es waren ruhige, entspannte Tage und Wochen, in denen man, kaum geplagt vom Meldungsdruck, Hintergründe und spannende Textserien veröffentlichen konnte und Fotografen losgeschickt wurden, um Kinder an Springbrunnen und hechelnde Hunde zu knipsen.

Das ist vorbei. Das Sommerloch fängt und fängt nicht an - und nicht einmal das Reden darüber. Im vergangenen Jahr war es auch schon so und in dem davor. Und das ist: schlecht. Denn die ohnehin selten guten Nachrichten gibt es nicht zu Ferien- und Feiertagen, dann sind nur Krisen, Kriege und Katastrophen im Angebot. Tödliche Kämpfe in Nahhost, flüchtende Menschen und hässliche Deutsche, die die Verzweifelten mit Brandsätzen empfangen. Eine deutsche Politik, die die Brandstifter noch bestärkt, die Europa unter seine Fuchtel und Griechenland in die Knie zwingt.

Wir haben alle Hände voll zu tun mit lauter Vorgängen, von denen wir absolut nicht wollen, dass sie geschehen. Zum Thema Griechenland erscheint in dieser Woche bereits unser zweites Dossier, das die jüngsten Ereignisse um den angeblichen »Kompromiss von Brüssel« beleuchtet und wir Ihnen als Lektüre empfehlen. Fürs Sommerloch. Denn das fordern wir von unserer redaktionellen Hinterbank aus zurück, sofort! Und jetzt alle zusammen: »Wann wird’s mal wieder richtig Sommerloch?«

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