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Wo ist Abraham?

Ein Blick hinter die Kulissen des Aquadoms im Sealife Center

  • Von Christian Baron
  • Lesedauer: 3 Min.
Der Aquadom im Sealife-Center ist das größte frei stehende zylinderförmige Aquarium der Welt. Betreiber Uwe Abraham zeigte bei einer Führung das, was die Besucher sonst nicht zu sehen bekommen.

Wenn sich Perlschuppenzwergkaiserfisch und Gelbschwanzsegelflossendoktorfisch am selben Ort begegnen, befinden sie sich ziemlich sicher in einem Aquarium. Denn der eine lebt eigentlich überwiegend in Asien, der andere vornehmlich in Afrika. Der Aquadom im Sealife Center beheimatet beide Arten. Ansonsten werden hier vor allem zahlreiche Salzwasserfische aus den Meeren des Korallendreiecks gehalten, das sich von den Inseln der Salomonen über Neuguinea bis zu den Philippinen erstreckt.

22 Meter ragt der Zylinder in die Höhe, der sich mit einem Fahrstuhltrip genau erkunden lässt. Der tägliche Wasserdurchsatz des Aquariums entspricht mit 24 Millionen Litern dem Gesamtwasserumsatz einer Stadt von 200 000 bis 300 000 Einwohnern. Betrieben wird das Herzstück des »Cityquartiers Domaquarée« unweit des Alexanderplatzes von der Berliner Gesellschaft für Großaquarien (BGG).

Deren Geschäftsführer Uwe Abraham gewährt Besuchern ungern Einblicke hinter die Kulissen. Für den Journalistentross macht er eine Ausnahme. Hinter schweren Stahltüren führt der wuselige Mann seine Gäste zunächst durch die Büroräume, vorbei an großen Gefriertruhen mit Fischfutter, von Zahlen übersäten Monitoren und einer Pinnwand mit nützlichen Arbeitnehmertipps wie »So retten Sie Ihren Resturlaub«. Zu allem hat er eine kurze Anekdote parat.

Im Untergeschoss des überdimensionierten Gebäudes tauchen sie dann auf, jene Zuchtfischbecken, die der Betrieb halten muss, weil er als Zoo gilt und damit Tierschutzauflagen unterliegt. Uwe Abraham sieht das als Bereicherung seines Alltags: »Für uns gehört es zum Berufsethos, dass wir Artenschutz und Forschung fördern.« Gezüchtet werden hier Hochlandkärpflinge aus Mexiko und kleine Barsche aus Madagaskar, die vom Aussterben bedroht sind. Die Besucher bekommen sie nie zu sehen.

Verborgen bleiben auch die Becken im nächsten Raum, in den Abraham die Gruppe flugs hinein bittet, den kritisch auf seine Armbanduhr tippenden Pressesprecher Jonas Müller besänftigend (»Ich brauch’ noch fünf Minuten!«). In Kooperation mit der FU Berlin züchtet die BGG hier Korallen. »Wir haben Probleme, sie im Aquadom anzusiedeln«, erklärt Abraham, »auch die Seeanemonen werden ständig von Fischen zerstört.« Während der Bauingenieur durch den Saal schreitet, tauchen im Aquarium hinter ihm blaue Palettendoktorfische auf, die sofort Interesse wecken.

»Das ist ein Hobby-Projekt«, gesteht Abraham ein, »wir haben uns diese Fische besorgt, weil Disney im kommenden Jahr einen neuen Trickfilm herausbringt«. Es wird die Fortsetzung des erfolgreichen »Findet Nemo« sein, der 2003 in die Kinos kam und von einem Clownfisch handelt. Im zweiten Teil wird dessen Freundin Dory im Mittelpunkt stehen, ein blauer Palettendoktorfisch.

Zum Abschluss schickt Abraham seine Schar in den Fahrstuhl. Alle sind drin, es kann losgehen. Bis Jonas Müller ruft: »Wo ist Abraham?« Der BGG-Chef hat sich abgesetzt, sodass die Reise aus Zeitgründen ohne ihn beginnt. Wenige Minuten später ist die Mission »Findet Abraham« aber schon beendet, denn der Rastlose erwartet sein Ensemble auf der Plattform. Er habe einem Reporter noch etwas zeigen müssen, entschuldigt er sich.

Mitgebracht hat er einen der Taucher, die das Becken täglich reinigen und eine weitere wichtige Aufgabe erfüllen: Manche Fische futtern so langsam, dass die anderen ihnen alles wegfressen. Um das zu verhindern, müssen Taucher als »Fütter-Nanny« fungieren, wie Abraham es ausdrückt, während er seinem Mitarbeiter anerkennend auf den Rücken klopft und den Fahrstuhl für die schon Schlange stehenden Besucher öffnet.

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