Karlen Vesper 05.08.2015 / Kultur

Wie sich die Bilder gleichen

Gedanken bei einem Rundgang durch die neue Sonderausstellung in Karlshorst: »Brennende Ukraine«

Die neue Sonderausstellung im Deutsch-Russischen Museum in Berlin-Karlshorst »Brennende Ukraine« erinnert an die Leiden des ukrainischen Volkes unter deutsch-faschistischer Okkupation und den opferreichen Sieg der Roten Armee. Die vom Nationalen Museum für die Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges in Kiew zusammengestellte Fotodokumentation verschweigt die Kollaboration ukrainischer Nationalisten mit den Aggressoren nicht, vermerkt dieses jedoch eher verschämt am Rande.

Unter dem Schlagwort »Brennende Ukraine« spuckt das nichts vergessende Internet Fotos und News aus von in Flammen stehenden Barrikaden in Kiew und erbitterten Kämpfen in Donezk. Unter diesem Stichwort firmiert aber auch eine neue Sonderausstellung im Deutsch-Russischen Museum in Berlin-Karlshorst, die an die Zeit der deutsch-faschistischen Okkupation der Ukraine erinnert. Sie wurde vom »Nationalen Museum für die Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges 1941-1945« in Kiew erarbeitet. Die Karlshorster Museologen haben lediglich einige Bildunterschriften, wo es ihnen zum besseren Verständnis für deutsche Betrachter angebracht erschien, durch kursive Erläuterungen ergänzt. Dem Team um Jörg Morré zu unbestimmt war beispielsweise die Bildlegende: »Sowjetische Kriegsgefangene schaufeln die Gräber der Zivilisten zu, die von den Nazis erschossen wurden, Babij Jar, bei Kiew, Oktober 1941.« Die Karlshorster korrigierten und konkretisierten: »Das Sonderkommando 4 a der Einsatzgruppe C des SS Sicherheitsdienstes erschoss am 29. und 30. September 1941 33 771 jüdische Männer, Frauen und Kinder. Um das Massengrab zu schließen, sprengten Pioniere der Wehrmacht die Ränder der Schlucht von Babij Jar und ließen - wie auf dem Foto zu sehen - das Gelände einebnen.« Und: »In der heutigen Memorialisierung des Ortes steht nicht das Schicksal der Kiewer Juden im Mittelpunkt.«

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