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Menschen oder Wölfe

Linkspolitiker Holter: Dörfer im Nordosten nicht aufgeben

Die Bevölkerungszahlen sinken vielerorts rapide - soll man nur noch auf die Städte setzen? Der LINKE-Politiker Holter ist dagegen.

Schwerin. Der LINKE-Politiker Helmut Holter hat davor gewarnt, die Entvölkerung weiter Landstriche in den ostdeutschen Ländern hinzunehmen und nur noch auf Städte als Entwicklungsinseln zu setzen. »Ostdeutschland war in den letzten 25 Jahren bereits das Labor für Niedriglöhne, Tarifflucht und Abwanderung. Es darf jetzt nicht Wolfserwartungsland werden«, meinte der Chef der Linksfraktion im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Der Anspruch gleichwertiger Lebensverhältnisse für ganz Deutschland dürfe nicht aufgegeben werden.

Holter reagierte damit auf Aussagen von Reint E. Gropp. Der Chef des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle hatte angesichts des drastischen Bevölkerungsrückgangs vorgeschlagen, sich in den ostdeutschen Ländern auf die Städte zu konzentrieren.

Holter erklärte, die Menschen dürften nicht aus ihrer Heimat gedrängt werden, sondern müssten neue Perspektiven erhalten. »Ein erster Schritt kann ein Regionalbudget für Strukturentwicklung sein, das die betroffenen Kommunen eigenverantwortlich bewirtschaften«, sagte Holter. Der SPD/CDU-Landesregierung warf er vor, mit den Reformen zur Kreisstruktur, zu Polizei, Gerichten, Theatern und Berufsschulen schon den Rückzug aus der Fläche vorangetrieben zu haben. dpa/nd

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