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Die Elbe reicht noch bis ans Knie

Die Hitze hat vielerorts Folgen auch für das Wirtschaftsleben - zum Beispiel in Sachsen

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Die extreme Trockenheit in vielen Regionen Deutschlands belastet Gewässer, Wälder und Landwirtschaft. Auch die Schifffahrt ist betroffen - in Sachsen etwa haben die Elbeschiffer Zwangspause.

Dresden. Hitze und Trockenheit halten auch in Sachsen an, neue Extremwerte werden erwartet. Für Schifffahrt, Land- und Forstwirtschaft brachte auch das letzte Regengebiet keine wirkliche Entspannung. In der Elbe ging der Wasserstand weiter zurück - am Pegel Dresden, wo der Wasserstand normalerweise zwei Meter beträgt, wurden am Donnerstagmittag nur noch 55 Zentimeter gemessen. Damit führt die Elbe in Dresden Behördenangaben zufolge derzeit so wenig Wasser wie seit 51 Jahren nicht.

Die Sächsische Dampfschifffahrt musste erneut den Betrieb einstellen. Das Unternehmen rechnet wie die Binnenhäfen mit Verlusten. Entspannung ist nach Angaben von Meteorologen nicht in Sicht.

Das anhaltende Niedrigwasser drückt die Gesamtbilanz 2015 der Elbehäfen. Der Verlust summiert sich bereits auf Hunderttausende Euro, wie eine Sprecherin der Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH (SBO) sagte. »Unwahrscheinlich, das wieder aufzuholen, es ist ja kein Ende in Sicht.« Seit drei Wochen ruht der Binnenschiff-Verkehr komplett, Güter werden nach Möglichkeit per Lastwagen oder Schiene transportiert. »Es müsste ordentlich regnen, damit es weitergeht.«

Auf Petrus hofft auch die Sächsische Dampfschifffahrt, deren Ausflugsdampfer am Kai festmachen mussten. »Wir stellen den Betrieb ein«, so ein Sprecher. Die wenigen Stadtrundfahrten seien bei einem Wasserstand unter 60 Zentimetern nicht möglich. Auch die zum Stadtfest Mitte August geplante Dampferparade ist abgesagt. »Eine Begegnung von Schiffen ist nicht möglich.« Selbst eine große Welle aus Tschechien würde nicht reichen. Das Unternehmen schätzt den bisherigen Einnahmeverlust auf inzwischen etwa 20 Prozent - durch acht Ausfalltage sowie Einschränkungen im Fahrbetrieb.

Die direkte Sonneneinstrahlung und die Trockenheit lassen Felder wie in Dresden-Langebrück brennen und begünstigen die Vermehrung von Schädlingen wie dem Borkenkäfer in den Wäldern. Nach Angaben des Staatsbetriebes Sachsenforst ist es aber mit bisher 43 Waldbränden auf einer Gesamtfläche von 4,26 Hektar noch eine durchschnittliche Saison. Das Niederschlagsdefizit von inzwischen 20 bis 25 Prozent führe jedoch zu enormem Trockenstress bei den Bäumen. Die reagieren mit schlaffen Blättern und Vergilbungen oder werfen kleine Äste ab, um die Transpiration zu stoppen, sagte ein Sprecher.

Die Pflanzen und Rasenflächen in den Parks der staatlichen Schlösser können derzeit nur mit viel Wasser in ihrer Schönheit erhalten werden. Die Betriebskosten erhöht das nicht, wie ein Sprecher der Staatlichen Schlösserverwaltung betonte. »Wir holen Wasser aus historischen Brunnen, Zisternen und Bächen oder nutzen Regenwasser«, hieß es. Elbeschiffer, Landwirte, Gärtner und Forstbehörde eint die Hoffnung auf Niederschläge. »Es müsste schon ein paar Wochen feucht und regnerisch sein, ein Gewitter reicht da nicht aus«, sagte der Sachsenforst-Sprecher. Doch zunächst wird sich die Lage wohl weiter verschärfen. Für den heutigen Freitag werden örtlich sogar 38 Grad Celsius erwartet. Von Westen nahten am Wochenende dann eine Gewittertief und eine Kaltfront - teils mit Unwettern. Auch danach, so sagen die Meteorologen, bleibe es sehr warm, aber unbeständiger.

Trotz der anhaltenden Trockenheit ist die Versorgung mit Trinkwasser in Sachsen nach Angaben der Behörden gesichert. »Wir sind gut gerüstet«, sagte die Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung, Katrin Schöne, am Donnerstag auf Anfrage. Über den Winter seien die Becken gut gefüllt worden und könnten nun entsprechend Wasser abgeben. Zudem seien alle Trinkwassertalsperren durch ein spezielles System miteinander verbunden, so dass bei Bedarf auch Wasser in besonders trockene Regionen wie etwa Ostsachsen geleitet werden könne. Unter anderem wurde bereits Wasser aus der Talsperre Quitzdorf gelassen, um die Spree vor dem Austrocknen zu schützen. Im Freistaat gibt es derzeit 140 Stauanlagen - neben Trinkwassertalsperren auch Hochwasserrückhaltebecken. dpa/nd

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