Ein Hauch von Atlantis lockt an den Edersee

Vor mehr als 100 Jahren versanken drei hessische Dörfer in den Fluten - jetzt tauchen ihre Reste wieder auf

  • Von Timo Lindemann, Waldeck
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Wenn im Sommer das Wetter gut ist, muss der Edersee in Nordhessen viel Wasser abgeben. Dann tauchen sonst versunkene Relikte von vor mehr als 100 Jahren aus den Fluten auf.

Im Sommer, immer wenn der Edersee viel Wasser verliert, zeigt er sein altes, versunkenes Gesicht. Jetzt führt bei Asel in Hessen wieder eine vierbogige Brücke über die Eder. Sie wurde beim Bau des Stausees vor mehr als 100 Jahren überflutet und ist nur zu sehen, wenn der Edersee-Pegelstand tief sinkt. Dieter und Karoline Walther aus der Nähe von Mainz machen Urlaub am Edersee und stehen vor der Aseler Brücke. »Wir wollen drübergehen«, sagt er. Die Brücke kann mittlerweile trockenen Fußes überquert werden.

Zum Vorschein kommen aus dem See derzeit auch Steinreste von Fundamenten. Das Rentnerpaar will sich noch einen alten, trockenfallenden Friedhof anschauen. Ruinen, die sonst unter der Oberfläche liegen - das Edersee-Atlantis, so benannt nach einem mythischen Inselreich, das Platon zufolge einst im Meer versank.

Die Edertalsperre wurde vor mehr als 100 Jahren gebaut, um mit ihrem Wasser den Pegelstand der Weser für die Schifffahrt konsta...


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