Von Birgit Gärtner

Abu-Jamal schwer krank

Inhaftierter Afroamerikaner leidet auch an Hepatitis C

Der wohl prominenteste politische Gefangene weltweit, der afroamerikanische Journalist Mumia Abu-Jamal, ist schwer krank.

Mumia Abu-Jamal ist, wie jetzt bekannt wurde, auch an Hepatitis C erkrankt. Wie sich ebenfalls herausstellte, ist das der Gefängnisleitung schon seit Monaten bekannt. Und wie auch bei seiner Diabetes-Erkrankung wird dem Gefangenen eine adäquate Behandlung verweigert.

Dezember 1981 war Abu-Jamal wegen angeblichen Polizistenmordes verhaftet worden. Im Juni 1982 wurde er in einem manipulierten Prozess zum Tode verurteilt. Erst 2011 wurde die Todesstrafe endgültig in lebenslange Haft umgewandelt.

Vor Ostern war Abu-Jamal bewusstlos in eine zivile Klinik eingewiesen worden. Dort wurde Diabetes diagnostiziert. Kurze Zeit später kam er wieder in die Krankenstation des Gefängnisses von Frackville (Pennsylvania). Durch internationalen Druck konnte durchgesetzt werden, dass er Medikamente bekam, die Ernährung umgestellt und die Besuchsregelungen gelockert wurden.

Ein Team von Ärzten, die bereit wären, den Mann zu behandeln, schaltete sich ein. Sie durften ihn zwar nicht besuchen, aber ihnen wurden die Krankenakten zugespielt. Daraufhin rieten sie dringend zu speziellen Untersuchungen, um z. B. eine Krebserkrankung diagnostizieren zu können. Die Gefängnisleitung veranlasste tatsächlich eine Biopsie.

Wenige Wochen später, Mitte Mai, war Mumia plötzlich spurlos verschwunden. Schließlich stellte sich heraus, dass er erneut in eine Klinik verlegt worden war. Diesmal in eine Spezialklinik. Ob Hepatitis C dort diagnostiziert wurde, ist nicht bekannt.

Das Anwaltsteam hat Klage eingereicht, um eine adäquate Behandlung durchzusetzen. Eine Spendenkampagne wurde initiiert, weil der Rechtsweg in den USA kostspielig ist. Angehörige, das Anwaltsteam sowie Unterstützungsgruppen fordern nach wie vor die sofortige Entlassung aus humanitären Gründen.

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