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Ein verwilderter Garten

Jüdisches Leben in Konstanz damals und heute

  • Von Celestine Hassenfratz
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Museumsdirektor Tobias Engelsing will das einstige jüdische Stadtleben in Erinnerung rufen. Nathalie Nissenbaum hat das Netzwerk »Jewlike« gegründet, um Schülern ihre eigene jüdische Identität nahezubringen.

Es ist eine unscheinbare Postkarte, die die Tragik eines ganzen Lebens erzählt. Am 1. September 1942 schrieb die Konstanzer Jüdin Johanna Hammel an ihre Mutter Lina in dünnen blauen Linien mit sauberer Handschrift: »Wir fahren zwar nicht 1. Klasse, aber es geht viel besser, als sie alle dachten.« Kurz darauf wurde Johanna Hammel in Auschwitz ermordet. Zwölf Jahre hatte die Familie Hammel im badischen Konstanz gelebt. Am 22. Oktober 1940 wurden Johanna, ihre Mutter und der Vater sowie 109 Konstanzer Juden in das Internierungslager Gurs nach Südfrankreich verbracht. Die meisten von ihnen wurden später, wie Johanna Hammel, in das Vernichtungslager Auschwitz oder nach Majdanek deportiert. Die unglaublichen Verbrechen Nazideutschlands an den Juden hatte die einstmals 400 Menschen fassende Gemeinde in Konstanz ausgelöscht.

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