Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Schätze sollen mit alten Akten geortet werden

Freiberger Geologen wollen Bergbaudokumente für das Internet aufbereiten und damit Investoren anlocken

Seit rund 800 Jahren wird im Erzgebirge Bergbau betrieben, seit 230 Jahren werden die Erz-Erkundungen schriftlich dokumentiert. Nun sollen die alten Unterlagen für Investoren nutzbar gemacht werden.

Freiberg. Mit digital aufbereiteten alten Akten will Sachsen potenziellen Bergbauinvestoren die Suche nach Bodenschätzen am Computer ermöglichen. Rund zwei Akten-Kilometer, die geologische Untersuchungen auf der gesamten Landesfläche dokumentieren und die im Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Freiberg schlummern, sollen für das Internet aufbereitet werden. In den Akten gibt es Informationen über die Beschaffenheit des Untergrundes.

Der erste Teil des Projektes betrifft ein etwa 740 Quadratkilometer großes Gebiet im Mittleren Erzgebirge und ist laut Projektleiterin Katrin Kleeberg etwa zur Hälfte geschafft. Er soll Ende kommenden Jahres abgeschlossen sein. Die Digitalisierung der alten Akten hatte 2013 begonnen.

Das Gesamtprojekt ist laut Kleeberg auf etwa zehn Jahre angelegt und mit etwa 20 Millionen Euro veranschlagt. Es sei das Schlüsselprojekt der Sächsischen Rohstoffstrategie und bundesweit einzigartig.

Zudem wird in weiteren Archiven nach noch nicht erfassten Dokumentationen geforscht. Die Daten sollen es den Bergbauunternehmen erleichtern, bekannte Erz- und Spatlagerstätten nach wirtschaftlichen Kriterien zu bewerten, um alte Bergbaureviere eventuell neu zu erschließen.

Im Landesamt werden seit 1785 die Dokumentationen zu Bodenbohrungen sowie Bohrkerne - in Holzkisten lagernd - aufbewahrt. Die ältesten Kerne sind laut stellvertretendem Archivleiter Tobias Duteloff etwa 100 Jahre alt. Die tiefste Bohrung in Sachsen erreichte fast 2000 Meter. Mit ihr wurde 1963 in der Oberlausitz nach Kupfer gesucht. »Wir haben Daten zu rund einer halben Million Bohrungen«, sagte Duteloff. Das sei statistisch gesehen im Schnitt alle 200 Meter eine. Jedes Jahr kämen etwa 10 000 neue hinzu. Es gebe sie nicht nur im Bergbau, sondern etwa auch bei Baugrunduntersuchungen für den Straßenbau, für Wohnhäuser oder dem Bau von Geothermieanlagen.

Erst 2013 war in Niederschlag bei Oberwiesenthal im Erzgebirge ein neues Bergwerk für Fluss- und Schwerspat in Betrieb gegangen. Aktuell hat das Oberbergamt in Freiberg in 18 Fällen eine Erlaubnis zur Erkundung von Lagerstätten erteilt. Für Pöhla (Wolfram, Zinn) sowie Schleife (Kupferschiefer) in der Oberlausitz gibt es Bewilligungen zum Abbau. dpa/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln