Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Lichterreigen in der Nacht

Premiere des Theaters Anu auf dem Tempelhofer Feld

«In dieser Nacht erscheint in seiner ganzen Pracht, was niemals zeigt sein Angesicht, und offenbart in weichem Licht sich selbst.» Mit diesen mystischen Worten empfängt der Narr, auf dem Dach einer Bude sitzend und von unten in magisches Licht getaucht, die ersten Gäste zur Berlin-Premiere «Die lange Reise» von Anu, einem der bedeutendsten deutschen Theater im Öffentlichen Raum. Wer dann bei Einbruch der Dunkelheit durch die Lamellentür der Bude das dahinterliegende Areal betritt, fühlt sich in eine andere Welt versetzt. 3500 Kerzen, zu einem Lichter-Labyrinth gestaltet, und 30 Reisekoffer aus verschiedenen Zeitepochen, laden die Besucher ein, sich auf die Reise ihres Lebens zu begeben.

«Wir sind kein Mitspieltheater», schränkt Anu-Gründer Stefan Behr, der zusammen mit seiner Frau Bille die künstlerische Leitung der Compagnie übernommen hat, in einem Pressegespräch ein. «Aber wir ermöglichen die direkte Begegnung, und wenn es nur mit den Augen ist.» Das Lichter-Labyrinth hält dazu viele Überraschungen bereit.

Da gibt es den Prinz, der nicht König werden will, die Vogelfrau, die ihren Traum vom Fliegen nicht aufgibt, oder den Lampenträumer, der magische Bilder von einem fremden Land malt. Bille Behr, die Schauspielerin, Regisseurin und Choreografin, spielt den «Turm der Erinnerungen», voll gestopft mit persönlichen Dingen aus der Vergangenheit. An insgesamt acht Stationen, stille Inseln voller magischer Faszination, erzählen die einzelnen Figuren, die, wie die Besucher, ebenfalls auf der Suche nach ihrem Weg sind, geheimnisvolle, berührende Geschichten. Man sollte sich Zeit lassen im Lichterlabyrinth von Anu, um in die Sphäre der Träumerei zu gleiten.

Anu hat sich seit über zehn Jahren Theaterformen im öffentlichen Raum verschrieben, charakterisiert durch die Verbindung von Installation und Schauspiel, das die Grenze zwischen Zuschauer und Bühne auflöst. Jährlich sehen rund 80 000 Besucher die leisen und sinnlichen Inszenierungen, die Theater Anu in Parkanlagen, Tunneln, Industriehallen, Staudämmen und anderen besonderen Orten im In- und Ausland, oft auch als Auftragswerk, darbietet.

«Die große Reise» profitiert zum Beispiel von der einzigartigen Location am Rande des ehemaligen Außenrollfeldes von Tempelhof. Hier arbeitet das Anu-Ensemble eng mit dem Theater Magica von Martin Thoms zusammen, der auch den Narren spielt und für die Ausstattung verantwortlich zeichnete. Neben wenigen Festangestellten treten bei den Veranstaltungen auch rund 25 freiberufliche Künstlerinnen und Künstler auf. Das nächste Highlight findet unter dem Titel «Traumstaaken» am kleinen Hafen in Lübbenau statt (18. und 19. September), wo dann die Besucher auf Spreewaldkähnen an Lichtspielen, Traumbildern und Schattenspielen vorbei gleiten werden.

Die große Reise« findet vom 20. bis 23. August in Tempelhof statt. Eintritt ist ab 21.15 Uhr vier Mal alle halbe Stunde für jeweils 70 bis 80 Personen. Einige wenige Karten sind im Vorverkauf oder direkt am Haupteingang des Tempelhofer Feldes am Columbiadamm 124 erhältlich. www.theater-anu.de

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln