Unten links

Das Hilfspaket ist also geschnürt, fest wie die Schlinge um den Hals. Nun muss es nur noch ausreichend frankiert werden - und schwups, schon kann es auf die Reise gehen (sofern die Deutsche Post nicht streikt). Viele Ostdeutsche erinnern sich noch gut an ihre eigene Vorfreude auf so ein freimütiges, großzügiges, gutherziges Westpaket. Lebhaft können sie sich die berstende Spannung der Griechen vorstellen, die es kaum erwarten können, das edle Packpapier aufzureißen, das anmutig den alten Bananenkarton umhüllt, um wie betört den glücksverheißenden Duft von Bohnenkaffee, Dosenblech und abgetragenen Kleidungsstücken einzusaugen. Mit der Dankbarkeit steigt freilich auch die Schuld, die der Empfänger der Geschenksendung (keine Handelsware) auf sich lädt. Den vergrämten Ostdeutschen sind darüber die Haare lang und grau geworden, und ein Haircut ist zu teuer. Es ist mit den Haaren wie mit den Schulden: Erst wachsen sie unaufhörlich, dann fallen sie aus. mha

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung