Blumen zur Versöhnung

Das erste deutsch-sowjetische Länderspiel bestritt 1955 der DFB, es ebnete den Weg zu diplomatischen Beziehungen

  • Von Paul Werner Wagner
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Auf Einladung der UdSSR reiste vor 60 Jahren die BRD-Weltmeisterelf von 1954 nach Moskau. Im Anschluss an das Fußballspiel kam Konrad Adenauer in die sowjetische Hauptstadt.

Fußball war schon immer politisch, erst recht zehn Jahre nach Kriegsende: Es existieren zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Sowjetunion noch nicht einmal diplomatischen Beziehungen, da kommt im Sommer 1955 ein Signal aus Moskau. Die Sektion Fußball des Allunionkomitees für Körperkultur und Sport beim Ministerrat der UdSSR schickt an den amtierenden Weltmeister Westdeutschland eine Einladung zu einem Länderspiel in Moskau. Ein Paukenschlag. Dabei geht es gar nicht so sehr um Fußball: Die neue sowjetische Führung hat vor allem aus wirtschaftlichen Gründen Interesse an einer Normalisierung der Beziehungen zur Bundesrepublik. Federführend an der Planung dieses Spieles ist das sowjetische Außenministerium beteiligt. Die DDR hingegen ist von diesem sowjetischen Vorstoß überrascht.

Und auch in der Bundesrepublik tut man sich schwer: Erst nach längerem Abwägen stimmt die Bundesregierung dem Länderspiel zu, kann es doch als Sti...


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