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USA-Mahnung an Ankara

Verteidigungsminister Carter: Grenzgänge von Dschihadisten endlich verhindern

Die USA fordern die Türkei auf, mehr gegen die Terrormiliz Islamischer Staat zu unternehmen. Schon einen Tag später meldete Ankara 40 Festnahmen.

Istanbul. Türkische Polizisten und Soldaten haben innerhalb weniger Tage an der Grenze zu Syrien fast 40 Mitglieder der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) festgenommen. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag meldete, fasste die Polizei allein im Landkreis Elbeyli in der Grenzprovinz Kilis 14 Ausländer und zwei Türken, die nach Syrien wollten, um sich dem IS anzuschließen.

US-Verteidigungsminister Ashton Carter hatte die Türkei zu stärkerem Engagement im Kampf gegen IS aufgerufen. Carter sagte am Donnerstag in Washington, das Nachbarland Iraks und Syriens solle sich mit eigenen Kampfflugzeugen am sogenannten air tasking order (ATO) beteiligen, der die Luftangriffe der US-geführten Koalition gegen den IS koordiniert. »Sie müssen ATO beitreten und mehr für die Kontrolle ihrer Grenzen tun«, forderte Carter. Der IS sei weiterhin in der Lage, Kämpfer und Nachschub über die türkische Grenze nach Syrien zu bringen. Die Türkei verschließe seit langem die Augen vor Grenzübertretungen von Dschihadisten.

Um so massiver geht Ankara gegen die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) vor. Einen Monat nach Beginn der Offensive der türkischen Armee gegen die PKK seien bereits 771 kurdische Rebellen getötet worden. Bei türkischen Luftangriffen auf PKK-Stellungen in Nordirak seien mindestens 430 Rebellen getötet worden, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag. Auf türkischem Boden seien 260 PKK-Angehörige in Gefechten umgekommen Für die Angaben gibt es keine unabhängige Bestätigung. Anadolu bezieht sich in der Regel auf Informationen des Militärgeheimdienstes. Die PKK erklärte die Opferzahlen für weit übertrieben.

Eine seit zwei Jahren geltende Waffenruhe der Türkei mit der PKK war in der Folge eines blutigen Anschlags des IS am 20. Juli in der türkischen Grenzstadt Suruc von Ankara aufgekündigt worden. Kurz darauf startete die türkische Armee eine »Doppeloffensive« gegen die IS-Miliz sowie die PKK. Bisher richteten sich die Luftangriffe aber überwiegend gegen PKK-Stellungen im Südosten der Türkei und in Nordirak. AFP/nd

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