Serbien fürchtet den Herbst

Belgrad versucht, mit Krisenmanagement den steigenden Flüchtlingszahlen Herr zu werden

  • Von Thomas Roser, Presevo
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

EU-Anwärter Serbien steht unter doppeltem Flüchtlingsdruck. Einerseits steigt die Anzahl der Einwanderer. Andererseits werden aus Ungarn stets mehr Flüchtlinge in den Schengen-Vorhof zurückdeportiert.

Die Kamera auf der steinigen Anhöhe hat das weite Tal unweit der südserbischen Grenzstadt Presevo fest im Visier. »Tag und Nacht« seien die Patrouillen seiner Einheit an der grünen Grenze zu Mazedonien unterwegs, versichert der Grenzschutzkommandant Miroslav Jovic: »Wir verhindern täglich bis zu 1500 illegale Grenzübertritte.«

Dennoch schweift der Blick des Staatsdieners eher ratlos über sein Revier. Auf 2000 pro Tag wird mittlerweile die Zahl der Flüchtlinge geschätzt, die in langen Kolonnen von der grünen Grenze in Richtung Presevo ziehen. »Wenn wir die Linie nicht halten würden, wären es noch viel mehr«, erklärt der 34-Jährige trotzig.

Im nahen Mazedonien winken seine Kollegen die Flüchtlinge nur noch durch. Serbien müht sich mit Blick auf die eigenen EU-Perspektiven hingegen, zumindest noch den Schein einer Grenzkontrolle zu wahren. Doch die Wegweiser, die am Ortseingang die Immigranten in Richtung des Durchgangslagers le...


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