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Straßenbahn ist im Kommen

Umweltverband BUND fordert raschen Ausbau des Verkehrsmittels / In der Turmstraße soll die Bahn an den Rand rücken

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Die neuen Wohngebiete Berlins müssen rechtzeitig an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen werden. Die Straßenbahn ist dafür die beste Lösung, sagt der BUND.

Um gerademal 600 Meter pro Jahr ist das Berliner Straßenbahnnetz in den vergangenen 15 Jahren gewachsen, hat Martin Schlegel vom Umweltverband BUND ausgerechnet. Das ist nur etwa der sechste Teil dessen, was verkehrsökologische Verbände einst für nötig erachteten. Damit hätten die Erschließungsdefizite weitgehend behoben werden und die heute entstehenden neuen Wohngebiete schneller an das öffentliche Nahverkehrsnetz angebunden werden können.

»Berlin sollte nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholen und auf das Stadtwachstum mit dem Reaktivieren der alten Westberliner U-Bahn-Planungen reagieren«, so Schlegel. Der U-Bahn-Bau sei viel zu teuer und langwierig. »Für das Verbinden beider Stadthälften und die Anbindung neuer Wohngebiete ist die Straßenbahn in der Regel die beste Lösung.«

So fordert der BUND, das geplante Wohngebiet Elisabethaue im Norden Pankows nicht nur wie vom Senat geplant mit der Linie 50, sondern auch mit der M 1 von Nordend aus zu verbinden. Auch die neuen Wohngebiete Lichterfelde-Süd und Buckower Felder könnten mit der Straßenbahn erschlossen werden. Schlegel unterstützt das Konzept des Fahrgastverbandes Igeb, das geplante Wohngebiet auf dem Flughafen Tegel an eine sogenannte Nordwesttangente der Straßenbahn anzuschließen, die vom Bahnhof Zoo bis ins Märkische Viertel führt und von dort weiter bis Pankow-Rosenthal, wo sie an die vorhandene Strecke der M 1 anschließt.

Das ist noch Zukunftsmusik. Aktuell bereitet der Senat die Verlängerung der Strecke vom Hauptbahnhof zum U-Bahnhof Turmstraße in Moabit vor. 2020 sollen nach derzeitigen Planungen die ersten Bahnen über die etwa zwei Kilometer langen Trasse fahren. Später soll die Strecke weiter über S-Bahnhof Beusselstraße zum Virchow-Klinikum verlängert werden, wo sie an das Bestandsnetz anknüpft. »Wir halten die Weiterführung über U-Bahnhof Mierendorffplatz zum S-Bahnhof Jungfernheide für wichtiger und wirtschaftlicher«, sagt Schlegel. Der Westabschnitt der Buslinie M 27 könnte komplett ersetzt werden, und entlang der Nordwesttangente wären Verlängerungen zum Bahnhof Zoo wie zu den neuen Wohngebieten in Tegel möglich.

Für die aktuellen Planungen schlägt der BUND vor, die Gleise am südlichen Rand der Turmstraße zu verlegen und nicht in Mittellage, wie es der Senat plant. Laut Phillipp Poll, der das Konzept entwickelte, hätte dies mehrere Vorteile. Die Straßenbahn müsste zwei Ampel-Kreuzungen weniger queren, und Fahrgästen würde am Bahnhof Turmstraße das Umsteigen in die U 9 erleichtert, da sie keine Fahrbahn überqueren müssten. Durch die Trennung vom Autoverkehr wäre die Straßenbahn zudem zuverlässiger. Außerdem könnte die Trasse als Rasengleis gestaltet werden, was den Lärm erheblich dämpfen würde. In Mittellage dagegen würde durch die nicht gerade Trassenführung vor Einmündungen und Haltestellen der Lärmpegel steigen. Der Nachteil: Der Bau wird vermutlich teurer, da zuvor unterirdische Leitungen verlegt werden müssten.

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