Ulrike Henning 27.08.2015 / Gesund leben

Der Fortschritt und sein Preis

SPD-Gesundheitspolitiker warnt vor Kostenlawine bei neuen Krebsmedikamenten

Neue Krebsmedikamente werden überstürzt zugelassen, ihre Kosten sind viel zu hoch, kritisiert Karl Lauterbach die gegenwärtigen Zustände rund um die bedrohliche Krankheit in seinem neuen Buch.

Zu den bisher üblichen Therapien - Operation, Bestrahlung, Chemo - kommen auch in der Onkologie neue, »gezielte« Medikamente. Langfristig haben diese nach Meinung des Buchautors und SPD-Gesundheitspolitikers Karl Lauterbach sogar das Potenzial, Krebs »kontrollieren« zu können - von Heilung will er nicht sprechen. Aber selbst diese Etappe wird frühestens in 30 Jahren erreicht. Zwar hat die Entwicklung bereits begonnen, allerdings mit etlichen Schwierigkeiten, denn die gezielte Behandlung brachte nur bei sehr wenigen, noch dazu seltenen Krebsarten bisher einen Durchbruch. Beispielhaft dafür steht das Medikament Imatinib (Glivec) gegen die chronisch myeloische Leukämie (CML). Der Fortschritt war hier möglich, weil bei CML das den Krebs beschleunigende, veränderte Gen bekannt ist. Erfreulicherweise überleben unter Imatinib 80 Prozent der Patienten wahrscheinlich zehn Jahre - mit Chemotherapie waren es nur 20 Prozent. Der Haken: Die Betroffenen müssen Imatinib ein Leben lang einnehmen, jährliche Kosten 51 000 Euro. Was wiederum erfreulich für den Hersteller Novartis ist, der damit allein 2014 4,7 Milliarden Dollar verdiente. Lauterbach liefert weitere Zahlen und Hintergründe zur Preisentwicklung und den offenbar schon längst wieder eingespielten Entwicklungskosten.

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