Der »Westbalkan« in der Warteschleife

Die Flüchtlingsfrage überlagert auch die Konferenz in Wien

  • Von Hannes Hofbauer, Wien
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Was ist von dem Versprechen Brüssels geblieben, die sogenannten Westbalkan-Staaten mit konkreten Projekten auf dem Weg in die EU zu unterstützen?

Wenn sich Angela Merkel mit der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini außerhalb von Brüssel oder Berlin trifft, ist meist von Erweiterung die Rede. So auch diesen Donnerstag in Wien, wohin die politischen Spitzen des sogenannten Westbalkans bestellt wurden. Es geht, wie im Vorbereitungspapier zu lesen ist, »um die Heranführung an die Europäische Union«. Die diesjährige Konferenz setzt dort fort, wo Ende August 2014 in der deutschen Hauptstadt der »Berlin-Prozess« eingeleitet wurde. Dieser besteht aus einer Reihe von Versprechen Brüssels, den »Westbalkan bei konkreten Projekten auf dem Weg in die EU zu unterstützen«, wie es Österreichs Außenminister und Gastgeber Sebastian Kurz in eine oft verwendete Worthülse kleidet.

Im Visier der Europäischen Union befinden sich die vier ex-jugoslawischen Staaten Serbien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Montenegro sowie Kosovo und Albanien; im geopolitischen Neusprech der EU »Westbalkan« g...

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