Werbung

Mehr als nur Gedöns

Stefan Otto wünscht sich einen weiteren Koalitionsstreit um das Betreuungsgeld

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Die Familienministerin Manuela Schwesig hatte sich zum Beginn der Legislaturperiode für die Kinderbetreuung viel vorgenommen. Überall im Land waren gerade erst neue Tagesstätten errichtet worden. In einem weiteren Schritt war es der Ministerin ein Anliegen, die Qualität der Betreuung zu verbessern. Schwesig wollte strukturelle Schwächen bundesweit in Angriff nehmen, plante hierfür eigens ein Gesetz. Doch die Sozialdemokratin konnte sich damit beim Koalitionspartner nicht durchsetzen, weil Finanzminister Wolfgang Schäuble schließlich die symbolträchtige Schwarze Null im Haushalt anstrebte.

Den Kita-Trägern bleibt daher vielerorts nur eine Mängelverwaltung: Die Gruppen sind zu groß und chaotisch; für die Entwicklung von Kleinkindern ist dies äußerst hinderlich; die Erzieherinnen sind zudem überlastet.

Nachdem das Betreuungsgeld gekippt wurde und die im Haushalt bereitgestellten Mittel frei werden, liegt es eigentlich nahe, diese für die Kitas einzusetzen - so, wie Schwesig dies geplant hat. Doch nun meldete auch das Finanzministerium darauf Anspruch an. Bleibt zu hoffen, dass die SPD es auf einen Koalitionsstreit ankommen lässt. Andernfalls wäre das Signal für die Familienministerin fatal: Ihr Ressort würde einmal mehr nur als Gedöns betrachtet werden, das nicht mit den Mitteln ausgestattet wird, die nötig wären, um seinen gesellschaftlichen Aufgaben gerecht zu werden.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!