Die Bürokraten finden mich

Christoph Maria Herbst prägt das Filmjuwel »Die Kleinen und die Bösen«

  • Von Katharina Dockhorn
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Christoph Maria Herbst ist der Stromberg. Dem 1966 als Sohn eines Beamten geborenen Schauspieler wurde die Rolle quasi in die Wiege gelegt. In der Tragikkomödie »Die Kleinen und die Bösen« ist er nun als Bewährungshelfer zu sehen, der sich damit abgefunden hat, dass die Ex-Knackis nur Geld von ihm wollen. Im November startet »Highway to Hellas«. Herbst spielt den Angestellten einer Bank, der die Verwendung von Krediten in Griechenland prüft. Mit ihm sprach für das »nd« Katharina Dockhorn.

nd: Was reizt Sie an der Rolle des Bürokraten?
Beide Figuren sind nicht die typischen Bürokraten. Der Jörg Geissner in »Highway to Hellas« ist ein typischer Schreibtischtäter, der sich durch die Konfrontation mit der Realität besinnt. In die »Kleinen und die Bösen« spiele ich einen Misanthrop. Dieser Benno wurde mit großem Idealismus Sozialarbeiter. Er ist nicht komplett abgestumpft ist, doch er droht zum Zyniker zu werden. Seine Empathie frisst ihn auf. Solche Figuren liebe ich. Doch ich suche sie nicht. Sie finden mich. Daher müsste man die Frage stellen, warum finden mich diese Schreibtischtäter?

Haben Sie eine Erklärung?
Sie fühlen sich bei mir ganz gut aufgehoben. Ich denunziere sie nicht als unsympathische Typen, sondern statte sie mit einem Maß an Menschlichkeit aus, das ihnen gut tut.

Das hieße auch, Sie kommen vom Stromberg nicht los?
Warum sollte ich mir darüber Gedanken machen, ich kann gut damit leben. In Strom...



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