Die Guten nach rechts, die Schlechten nach links

Die Online-Dating-App «Tinder» treibt das ökonomische Kalkül der Liebe auf die Spitze. Von Celestine Hassenfratz

  • Von Celestine Hassenfratz
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Ich habe Berlin leer getindert«, ruft meine Freundin aus, lässt sich aufs Sofa fallen und wirft ihr Handy neben sich. Es ist ein Dienstagabend, wir sitzen in ihrer Berliner Altbauwohnung, sie hat gerade 17 Dates hinter sich. Virtuell natürlich nur. Die Dating-App Tinder macht es möglich, dass sich zwei fremde Menschen per Smartphone miteinander verbinden, »matchen« heißt das dann. Mehr als 30 Millionen Menschen weltweit nutzen die App, in Deutschland sollen es rund zwei Millionen Nutzer sein. Die App ist ein großer Warenkorb voll potenzieller Geschlechts-, Liebes- und Freundschaftspartner - je nach Gusto, das zumindest suggeriert sie.

Bekannt ist die App in Deutschland vor allem als »Hook-Up-App« für den schnellen Sex. Auch wenn Jonathan Badeen, der Tinder gemeinsam mit zwei Freunden 2012 gründete, das anders sieht: »Wir verstehen uns nicht als Online-Dating-Firma«, vielmehr würden sie versuchen, die »Art und Weise des Zusammenkom...


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